Abderhalden: «Ruedi war eine richtige Gmüetsmoore»

Exponenten der Szene äussern sich zum Tod der Berner Schwinglegende Rudolf Hunsperger.

Ruedi Hunsperger ist wegen seines Wesens vier Jahrzehnte nach seinem Rücktritt populär geblieben.

Ruedi Hunsperger ist wegen seines Wesens vier Jahrzehnte nach seinem Rücktritt populär geblieben.

(Bild: Beat Mathys)

David Roschi (Schwingerkönig 1972): «Es ist traurig, einen Kameraden zu verlieren. Rüedu war einer meiner härtesten Konkurrenten, und doch verlor er nie ein böses Wort, wirkte immer herzlich. Er war ein gewaltiger Athlet. Ich werde wohl mein Leben lang mit ihm in Verbindung gebracht werden, weil es heisst, ich sei in La Chaux-de-Fonds nur König geworden, weil der Hunsperger nicht dabei gewesen war.»

Niklaus Gasser (Unspunnen-Sieger 1987): «Als Bub habe ich Rudolf Huns­perger oft schwingen gesehen. Er begeisterte mich und war mein Vorbild. Später jassten wir ein paarmal zusammen. Es war sehr spannend, mit ihm zu diskutieren – sein Horizont reichte über den Sägemehlring hinaus. Seine Meinung sagte er deutsch und deutlich, er blieb dabei aber immer fair und stiess niemanden vor den Kopf. Mit ihm verliert der Schwingsport eine der prägendsten Figuren seiner ­Geschichte.»

Jörg Abderhalden (Schwingerkönig 1998, 2004 und 2007): «Als ich Rudolf Hunsperger kennen lernte, ging es ihm gesundheitlich bereits nicht mehr so gut. Und doch wirkte er auf mich über viele Jahre hinweg nie verbittert – im Gegenteil. Er war immer gut aufgelegt; eine richtige Gmüetsmoore, wie man bei euch Bernern sagt. Weil wir beide drei Königstitel gewonnen haben, sind wir oft miteinander verglichen worden. Und tatsächlich gibt es Parallelen, etwa die Postur und die Technik. Was Hunsperger leistete, ist sehr ­beeindruckend.»

Willy Graber (vierfacher «Eidgenosse»): «Weil wir nahe beieinander lebten, kreuzten sich unsere Wege oft. Rüedu war ein Schwinger­genie, keine Frage. Ab und zu schaute er im Training vorbei und gab mir wertvolle Tipps im mentalen Bereich. Wie abgeklärt er vor Tausenden Zuschauern und unter grossem Druck geschwungen hatte, beeindruckt mich noch heute. Es ist traurig, ist er nicht mehr da. In den letzten Jahren hat man ihn nicht mehr häufig auf den Schwingplätzen gesehen.»

Berner Zeitung

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