«Wer bist du überhaupt?»

Arnold Gjergjaj steht vor dem grössten Kampf seiner Karriere. Der beste Schweizer Profiboxer trifft am 21. Mai in London auf den Engländer David Haye (35).

Arnold Gjergjaj fordert am 21. Mai in London David Haye heraus.

Arnold Gjergjaj fordert am 21. Mai in London David Haye heraus.

(Bild: zvg)

Schauplatz ist die Pressekonferenz von David Haye im noblen Fünfsterne-Hotel Marriott in London. Der englische Boxstar stellt seinen nächsten Gegner vor, den er am 21. Mai in der O2-Arena durch den Ring treiben will. Plötzlich Getöse beim Seiteneingang, ein wildes Gedränge, aus dem sich schliesslich ein altbekanntes Gesicht Freiraum verschafft: Es gehört Shannon Briggs.

«Erkläre doch mal bitte den Boxfans zu Hause, weshalb du gegen ihn kämpfst», schreit der 44-jährige Ex-Weltmeister in Richtung David Haye, «warum er? Ich kenne ihn nicht mal.» Der ihm Unbekannte sitzt auf dem Podium und lacht ob der ganzen skurrilen Szenerie. «Wer bist du überhaupt?», wendet sich Briggs schliesslich direkt an ihn.

Deshalb hier ein bisschen Nachhilfeunterricht für den US-Amerikaner. Der Gegner heisst Arnold Gjergjaj, er ist 31 Jahre alt, seit 2009 Boxprofi im Schwergewicht, und er kommt aus Pratteln. Haye erklärte, bevor Briggs in die bis dahin störungsfrei verlaufene Pressekonferenz platzte, weshalb er den Kosovaren, der seit kurzem über den Schweizer Pass verfügt, ausgewählt hat: «Er ist ungeschlagen und hat mit seinen 29 Siegen in 29 Kämpfen eine richtig tolle Serie hingelegt.»

«Briggs als Nummerngirl»

Selbst will Haye wieder dorthin, wo er einmal war: In eine Position, in der er die Besten der Welt herausfordern kann. 2011 war er gegen Wladimir Klitschko im WM-Kampf noch zu zögerlich und deshalb am Ende chancenlos, danach schlug er Dereck Chisora k. o. und pausierte schliesslich wegen Schulterproblemen dreieinhalb Jahre. Im Januar gab er in der O2-Arena sein Comeback, das allerdings nur etwas über zwei Minuten dauerte. Dann verabschiedete sich sein erster Aufbaugegner auf den Ringboden.

Schliesslich ergreift Arnold Gjergjaj selbst das Wort. «Hallo London, hallo England …», sagt er auf Hochdeutsch – so, als würde er gleich die Punktezahl im Eurovision Song Contest durchgeben. «… und hallo Haye! Ich kann es kaum glauben, dass ich hier bin und gegen einen der besten Boxer der Welt antreten werde.» Der Basler ist sichtbar stolz. Briggs’ Einlage findet er lustig. Sein Manager und Trainer Angelo Gallina pflichtet ihm bei: «Hauptsache, am 21. Mai steht Arnold im Ring. Briggs kann dann von mir aus als Nummerngirl auftreten.»

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