Rollentausch im Krimi

Wacker Thun unterliegt St. Gallen im Cupviertelfinal nach Verlängerung (36:37).

Enttäuschung und Frustration: Titelverteidiger Wacker scheitert im Cupviertelfinal.Foto: Markus Grunder

Enttäuschung und Frustration: Titelverteidiger Wacker scheitert im Cupviertelfinal.Foto: Markus Grunder

Adrian Horn

Irgendwann ist die Partie derart hektisch und unübersichtlich, dass der Speaker die St. Galler mit den Kadetten verwechselt. Emotional und hitzig geht es zu und her – wie eben zumeist dann, wenn die Thuner auf ihren Erzrivalen aus Schaffhausen treffen. Nach bloss einer Minute hat sich Wackers Antreiber Reto Friedli ein erstes Mal mit einem Gegenspieler angelegt; da sass er noch auf der Bank. Und Coach Martin Rubin, der gewiss nicht im Verdacht steht, ein Heisssporn zu sein, wird sich nach dem Match beim Verbandsdelegierten beschweren.

Spätestens als die Begegnung in die Verlängerung geht, sind die Parallelen zu dem, was sich vor 13 Monaten ereignet hat, offensichtlich. Wieder wird ein Cupheimspiel der Berner Oberländer gegen St. Otmar in der Overtime entschieden, erneut bekundeten sie riesiges Pech unmittelbar vor Ablauf der regulären Spielzeit. Im Angriff befanden sie sich, Noah Haas gelangte kurz vor Schluss an den Ball, er setzte zum Wurf an – und die Schiedsrichter pfiffen die Aktion ab, wobei es sich um eine äusserst strittige Szene handelte.

Im letzten Jahr waren sich die Clubs im Achtelfinal gegenübergestanden, und Rubins Team hatte mit Ertönen der Schlusssirene den Ausgleich kassiert, bevor es sich nach zweimaliger Overtime durchsetzte. Auch jetzt müssen die Thuner ohne Ron Delhees auskommen, wie damals fiel er während der Partie verletzt aus.

In der Verlängerung enden die Gemeinsamkeiten zur Partie von Mitte Oktober 2018. Im Krimi bekleiden diesmal die Hausherren die Rolle des Opfers. Sie unterliegen 36:37.

Das Duell enthält eine Menge umstrittener Szenen, und die Schiedsrichter müssen sich ganz bestimmt nicht vorwerfen lassen, die Gastgeber zu bevorzugen. Nach zwanzig Minuten wird Stefan Huwyler wegen einer Tätlichkeit an Bo Spellerberg des Feldes verwiesen, worauf die Thuner ohne ihren Abwehrchef auskommen müssen, der nun genauso fehlt wie Delhees, Nicolas Raemy und Marc Winkler – allesamt sind sie National- und Schlüsselspieler. Überdies ist Phillip Holm, der einzige Ausländer im Kader, angeschlagen und über weite Strecken nicht in der Lage, im Angriff mitzuwirken.

Angesichts all der Widrigkeiten schlagen sich die Gastgeber sehr ordentlich. Aber sie scheitern und müssen sich fortan auf die Meisterschaft konzentrieren, auf diesen einen Wettbewerb, in dem sie in der erst drei Monate alten Saison noch vertreten sind.

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