Voleros Pflicht nach der Kür

Volero Zürich zieht mit dem 3:0 gegen Algier als Gruppensieger in die Halbfinals der Club-WM ein. Allgegenwärtig war noch immer der Coup gegen São Paulo.

Kein Durchkommen: Voleros Laura Unternährer (unten) setzt gegen die Angreiferin von Pétroliers Algier zum Block an. Foto: Valeriano Di Domenico (Freshfocus)

Kein Durchkommen: Voleros Laura Unternährer (unten) setzt gegen die Angreiferin von Pétroliers Algier zum Block an. Foto: Valeriano Di Domenico (Freshfocus)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es war ein Pflichtsieg. Und es sah auch nach nichts anderem aus in der Saalsporthalle. Das B-Team von Volero spulte sein Programm herunter. Wenn auch nicht ohne Aussetzer. Aber die mochte es gegen den Afrikameister G. S. Pétroliers aus Algier leiden.

Früh stellte sich heraus: Jede Minute, in der sich die Zürcherinnen mit Videostudium auf diese Partie vorbereitet ­hätten, wäre eine verschenkte Minute ­gewesen. Da es aber ohnehin kein Material von den Auftritten der Algerierinnen gab, konnte es gar nicht dazu kommen. 3:0 Sätze, 76:52 Punkte, so lautete das Verdikt vor 1350 Zuschauern. Volero steht als Gruppensieger im Halbfinal, wo es morgen auf Dynamo Kasan (Russ) oder Molico Osasco (Br) trifft.

Wenigstens hatte sich mit Laura Unter­nährer für einmal auch die zweite Schweizerin im Kader des Serien­meisters präsentieren können. Sie spielte durch und tat dies relativ ansehnlich, wenn der 21-Jährigen auch manchmal die Cleverness abging. 9 Punkte steuerte sie zum glanzlosen Sieg Voleros bei – darunter den letzten des Spiels.

Es war auch der Tag danach

Doch gestern war nicht nur der Tag, an dem Volero und Kasan in die Halbfinals einzogen. Gestern war auch der Tag ­danach. Nach dem verblüffenden Auftakt mit dem Sieg der Zürcherinnen gegen Südamerika-Meister São Paolo.

Trainer Dragutin Baltic sass am Mittag entspannt in der Lounge des Hotels in Glattbrugg, wo das Heimteam untergebracht ist. So entspannt es ihm eben möglich ist, dem stets fokussierten, meist ernsten Slowenen mit der tiefen, rauchigen Stimme, der kaum eine Gelegenheit auslässt, um sich eine Zigarette anzuzünden. «Wir spielten wirklich gut», sagt er also, «obwohl wir vor einem Monat den letzten Ernstkampf hatten.» Am 12. April war es, als sein Team auf dem kürzest möglichen Weg die Finalserie gegen Köniz beendete.

«Ich bin froh, dass die Spielerinnen meine Vorgaben umgesetzt haben», sagt Baltic weiter. Die hatten gelautet: die Brasilianerinnen mit den Services unter Druck setzen, den Block richtig positionieren, in der Annahme stabil sein. Sie zermürbten so den grossen Gegner in den ersten beiden Sätzen. Und nachdem sich São Paolo besser auf die Gegnerinnen eingestellt und zum 2:2 ausgeglichen hatte, war Volero bereit, um sich einen der grössten Siege in der Clubgeschichte zu sichern. «Für den Kopf war es unheimlich wichtig, dass wir den fünften Satz gewonnen haben.»

«Wir werden noch stärker»

Mira Golubovic pflichtet ihm bei. Voleros Captain ist in der Zwischenzeit dazugestossen. Sie sagt: «Ich glaube, dass wir von Spiel zu Spiel stärker werden. Denn es war die erste harte Partie seit drei ­Monaten.» Die Serbin spricht vom Champions-League-Viertelfinal gegen Kasan. In der Schweizer Liga wird die Equipe aus Zürich nicht gefordert.

So dürfte Golubovic auch froh sein, dass sie ihre Karriere an diesem Turnier auf internationaler Bühne beenden darf, nach 24 Jahren als Profivolleyballerin. Die 37-Jährige wird nach Serbien zurückkehren und möchte mit ihrem Freund eine Familie gründen. Wie gern würde Golubovic ihrem Kind dereinst von dieser Club-WM erzählen und ihm dazu eine Medaille zeigen. Zwei kleine Schritte hat ihr Team gemacht.

Wesentlich unterhaltsamer als Volero - Algier war die erste Partie am zweiten Spieltag. Die defensiv überragenden ­Japanerinnen von Hisamitsu Springs (Kobe) trafen auf den wuchtigen Champions-League-Sieger Kasan. Die Asiatinnen (Durchschnittsgrösse 1,76 m) begeisterten mit ihrem Kampf und ihren Rettungsaktionen, mit denen sie die Russinnen hie und da fast zur Verzweiflung brachten. Sie verloren dennoch 1:3 und schieden aus dem Turnier aus.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.05.2014, 07:26 Uhr

Artikel zum Thema

Trotz Exploit wird an Volero weitergeschraubt

Die Zürcherinnen schlugen zum Auftakt der Club-WM São Paulo 3:2. Sie sind aber noch kein Weltklasseteam. Mehr...

Wettbewerb

Gratis nach Singapur fliegen

Seit Anfang August fliegt Singapore Airlines auch ab Zürich mit einem neu ausgestatteten Airbus A380. Gewinnen Sie zwei Flugtickets.

Kommentare

Blogs

Sweet Home 10 Wohnideen, die glücklich machen

Tingler Verschwunden

Service

Von Kino bis Festival

Finden Sie hier die schönsten Events in unserer Region.

Die Welt in Bildern

Kultur für Kleine: In Dresden öffnet die erste Kinderbiennale in Europa. Anders als sonst im Museum, kann und darf hier selbst gestaltet und mitgemacht werden. (21. September 2018)
(Bild: Sebastian Kahnert/dpa) Mehr...