Stimmt es in den Köpfen, liegt einiges drin

Die Frauen-WM in Polen wird am Montag mit einem Schweizer Sieg lanciert: Im ersten Gruppenspiel treffen die helvetischen Tandems Joana Heidrich/Nadine Zumkehr und Romana Kayser/Muriel Grässli aufeinander.

Netzwerkerinnen: Nadine Zumkehr (r.) und ihre neue Partnerin Joana Heidrich haben heuer auf der World Tour bereits drei Top-10-Klassierungen geschafft.

Netzwerkerinnen: Nadine Zumkehr (r.) und ihre neue Partnerin Joana Heidrich haben heuer auf der World Tour bereits drei Top-10-Klassierungen geschafft.

(Bild: Keystone)

Die Weltmeisterschaft im Beachvolleyball beginnt heute gleich mit einem Schweizer Duell. Im ersten Gruppenspiel der Welttitelkämpfe in Stare Jablonki, einer malerischen Ortschaft inmitten der Masurischen Seenplatte, treffen Nadine Zumkehr und Joana Heidrich (Turniernummer 16) auf ihre Landsfrauen Romana Kayser und Muriel Grässli (40). Zumkehr, die 28 Jahre alte Verteidigungsspezialistin aus Frutigen, sagt vor dem Vergleich gegen die Zürcherinnen: «Das wird eine spezielle Begegnung, in der wir Favorit sind, wenn wir unsere Leistung abrufen.»

Das österreichische Gespann Barbara Hansel/Katharina Schützenhöfer (33) sowie die Holländerinnen Sanne Keizer und Marleen van Iersel (9) komplettieren die «Schweizer» Gruppe J. Die beiden Ersten jeder Gruppe sowie acht der zwölf Gruppendritten qualifizieren sich für die K.-o.-Phase der 32 besten Tandems.

WM-Hauptprobe gelungen

Zumkehr strebt in Polen eine Top-10-Klassierung an. Die Form stimmt auf jeden Fall. Das im vergangenen November neu formierte helvetische Nationalteam zeigte vor einer Woche bei der WM-Hauptprobe in Rom eine bemerkenswerte Leistung. «Der 5.Platz ist unsere wertvollste Klassierung auf der World Tour», sagt die in Niederwangen wohnhafte Zumkehr. Die beiden Siege über die Weltklasseduos Katrin Holtwick/Ilka Semmler (De) und Maria Clara/Carol (Bra) sowie der beherzte Auftritt beim 1:2 im Viertelfinal gegen die späteren Siegerinnen Talita/Lima aus Brasilien dürften dafür sorgen, dass Zumkehr und Heidrich, U-21-Weltmeisterin 2011, mit breiter Brust nach Stare Jablonki reisen. Die Oberländerin bleibt realistisch: «Physisch gut in Form zu sein, ist noch keine Garantie dafür, eine Top-10-Klassierung zu erreichen. Wir müssen auch im Kopf zu 100 Prozent bereit sein.»

Nadine Zumkehr bestreitet ihre vierte Weltmeisterschaft. An der Heim-WM 2007 in Gstaad war sie an der Seite von Annik Skrivan 37. geworden, 2009 in Stavanger und zwei Jahre später in Rom klassierte sich Zumkehr mit Simone Kuhn jeweils auf Rang 17.

Glücksgefühle nach WM-Titel

Als Anouk Vergé-Dépré letztmals an einer WM teilgenommen hatte, kehrte sie als Weltmeisterin zurück. An den U-21-Titelkämpfen im vergangenen Sommer in Halifax (Ka) feierten die 21 Jahre alte Bernerin und Nina Betschart den bisher grössten Erfolg. «Die Erinnerung an diesen Moment löst bei mir immer noch Glücksgefühle aus», sagt Vergé-Dépré, die ihre WM-Premiere bei der Elite an der Seite von Isabelle Forrer erleben wird. «Ich bin gespannt, ob ich an der WM den Unterschied zu einem gewöhnlichen Turnier der Weltserie merken werde», sagt die Blockspezialistin.

Ziel sei, die K.-o.-Phase zu erreichen, meint Vergé-Dépré. Mit dem Saisonstart sei sie zufrieden. «In einzelnen Partien haben wir angedeutet, zu was wir fähig sein können, wenn die Leistung stimmt», sagt die Studentin der Medienwissenschaften. Sie denkt dabei an den 2:1-Sieg in Shanghai über Heidrich/Zumkehr sowie an die knappen Niederlagen gegen die arrivierten Tandems Doris Schwaiger/Stefanie Schwaiger (Ö) und Lauren Fendrick/Brittany Hochevar (USA). Die als Nummer 24 gesetzten Schweizerinnen treffen in der Gruppe A auf Inguna Minusa/Inga Ikauniece (Lett/48) sowie auf die unerfahrenen Duos Victoria Bieneck/Julia Grossner (De/25) und Kinga Kolosinska/Monika Brzostek (Pol/1).

Tanja Goricanec und Tanja Hüberli (Turniernummer 43) bilden das vierte Gespann von Swiss Volley. Die Schweizerinnen sind in die Gruppe mit Martina Bonnerova/Barbora Hermannova (Tsch/30), Laura Ludwig/Kira Walkenhorst (De/19) und Antonelli/Agatha (Bra/6) eingeteilt worden.

Berner Zeitung

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