Rückkehrerqualitäten

Edelline Köniz schlägt den Aufsteiger VBC Galina Schaan in drei Sätzen und feiert den zweiten Sieg in Folge. Die Equipe von Agris Leitis offenbart Konzentrationsschwierigkeiten, kämpft sich aber in den Durchgängen zwei und drei zurück.

Lufthoheit: Patricia Schauss punktet.

Lufthoheit: Patricia Schauss punktet. Bild: Manuel Zingg

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Auf einmal scheint nichts mehr zu funktionieren. Der Service landet im Netz, der Angriffsball gerät zu wenig platziert und in der Verteidigung sind die Akteurinnen von Edelline Köniz immer einen Schritt zu spät. Alles, was im ersten Satz (25:18) über weite Strecken souverän geklappt hat, scheint zu Beginn des zweiten Durchgangs wie weggeblasen. Die Gäste des VBC Galina aus Schaan gewinnen sieben Punkte in Folge, machen aus einem 2:4-Rückstand eine 9:4-Führung und bringen die Könizerinnen erstmals in eine missliche Lage.

«Es kann schnell gehen», sagt Mittelblockerin Patricia Schauss. Wenn schon nur eine Spielerin weniger konzentriert agiere, sei der Gegner plötzlich im Vorteil. Der Aufsteiger aus Liechtenstein hatte in dieser Saison bisher in allen fünf Spielen gepunktet und in diesem Moment scheint er auf dem besten Weg dazu, auch aus der Sporthalle Weissenstein Punkte zu entführen. Doch die Könizerinnen fangen sich, agieren nach einem Timeout von Trainer Agris Leitis wieder solider und kommen näher heran. Nach einem Smash von Aussenangreiferin Sandra Maurer haben sie die Führung im zweiten Satz zurückerobert.

Wenig später, nach drei starken Services von Captain Barbara Duarte haben sie erstmals Satzbälle - deren sechs an der Zahl, und diese Marge nutzen sie fast gänzlich aus. Erst im fünften Versuch, nach einem Fehler aufseiten der Gäste, können sie den Gewinn des zweiten Durchgangs bejubeln (25:22). An die Unkonzentriertheiten zu Beginn denkt zu diesem Zeitpunkt niemand mehr.

Ruhe und Selbstverständnis

Es sollte aber nicht der einzige Durchhänger bleiben im Spiel der Könizerinnen. Als zu Beginn des dritten Satzes «Conquest of Paradise» aus den Boxen dröhnt, liegen sie 3:8 zurück. Auf dem Weg zur Eroberung der drei Punkte sehen sie sich erneut einem beachtlichen Defizit gegenüber. «Manchmal denken wir noch zu viel nach», sagt Leitis, und fordert von seinem Team, die Konzentration stets hochzuhalten.

Der Lette ist kein Freund des zehnminütigen Unterbruchs nach den ersten beiden Sätzen, da dieser die Spielerinnen aus dem Rhythmus bringe, und so erklärt er sich auch die erneute Baisse Anfangs dritten Satzes. Doch die Könizerinnen offenbaren bemerkenswerte Rückkehrerqualitäten. Anders als in vorangegangenen Partien lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen. Angeführt von Schauss, Duarte und der montenegrinischen Diagonalangreiferin Elza Hadzisalihovic kämpfen sie sich erneut in den Satz zurück, und als Schauss mit einem Smash zum 25:23 die Partie beendet, steht für die Bernerinnen der zweite Sieg in Serie fest.

«Dass wir zweimal trotz Rückstand noch zurückkommen konnten, ist extrem wichtig», sagt Schauss und erzählt, dass nach dem Erfolg vom letzten Wochenende gegen Franches-Montagnes ein Ruck durchs Team gegangen sei. Es entwickle sich nun ein Selbstverständnis, dass auch bei einem Rückstand einfach in Ruhe weitergespielt werde. Leitis freut sich derweil primär über die drei Punkte. «Ich bin zufrieden, aber wir können besser spielen.»

Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Sonntag (17 Uhr), wenn Köniz zum ehemaligen Team ihres Trainers reist, dem zweitplatzierten Aesch-Pfeffingen. «Ich hatte eine gute Zeit dort, aber jetzt bin ich hier, und wir werden alles geben», sagt Leitis. Die Könizer Rückkehrerqualitäten dürften auch im Baselbiet wieder gefragt sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.11.2017, 11:32 Uhr

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