Parteiische Unparteiische

Am Samstag entscheiden die Klubvertreter, in welcher Liga Wimmis künftig spielen wird. Die Schiedsrichterkommission tritt tritt geschlossen zurück, sollten die Oberländer in der höchsten Klasse verbleiben dürfen.

Bedrängt: Der Wimmiser Patrick Müller verteidigt sich. Spielen die Berner Oberländer auch weiterhin in der Nationalliga A?

Bedrängt: Der Wimmiser Patrick Müller verteidigt sich. Spielen die Berner Oberländer auch weiterhin in der Nationalliga A? Bild: Walter Dietrich

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Im Rollhockey beginnt die Sai­son gewöhnlich Mitte September. Davon, den Spielbetrieb aufzunehmen, sind die Klubs heuer aber weit entfernt. Noch ist etwa unklar, zu welcher Liga der RHC Wimmis gehören wird. Dieser befindet sich im Rechtsstreit mit dem Verband, der vor einem Jahr nach dem unvermittelten Rückzug von Basel beschlossen hat, dass jenes Team, welches den neunten und letzten Rang belegen wird, aus der höchsten Klasse absteigt.

Die Berner Oberländer wehrten sich bereits gegen die­sen Beschluss, als noch nicht feststand, dass es sie treffen würde. Weil das Reglement Alleingänge der Verbandsspitze nicht vorsieht, es für Anpassungen das Mehr der sogenannten technischen Kommission benötigt. 

Vereinbart worden war, dass in der Zehnerliga die schlechtesten beiden Mannschaften eine Relegation bestreiten, den Abstieg unter sich ausmachen. Die Verbandsvertreter bevorzugen aber offenbar einen Spielbetrieb mit acht Klubs. Wimmis, Meister 2007, wäre der Leidtragende.

Schlichten und streiten

Im Juni trafen sich Verband und Klub vor dem Schlichtungsrichter. Festgehalten wurde da, dass die Funktionäre an der einberufenen technischen Versammlung im September die Anträge der Berner «wertneutral zu präsentieren» haben würden. Und dass sich in der Zwischenzeit keiner der Beteiligten negativ zur Ge­genpartei äussere.

Entsetzen in Wimmis

Nicht länger still hielt es nun aber die dem Verband angegliederte Schiedsrichterkommission. Sie verfasste Ende August ein Schreiben, das sie Vertretern sämtlicher Vereine schickte, und kündigte an, geschlossen zurückzutreten, sollte Wimmis doch in der Nationalliga A verbleiben dürfen. «Die sportliche Leistung soll das höchste Gut sein», schreibt Präsident Urs Dornbierer.

Auf Nachfrage erklärt er, eine vergleichbare Abstimmung Anfang April sei zuungunsten des Klubs ausgegangen. Und unter dem Umstand, dass demokratisch gefällte Entscheidungen nicht akzeptiert würden, wären seine Leute und er nicht länger bereit, ihre Ämter auszuüben.

Beat Meier, Präsident des RHC Wimmis, sagt, er sei entsetzt gewesen, als er den Brief gelesen habe. «Die Schiedsrichterkommission ergreift damit groteskerweise nicht nur Partei, sie verstösst auch gegen die vor dem Schlichtungsrichter getroffenen Beschlüsse.» Mit der Drohung, erzählt Meier, würden die Vereine in ihrem Entscheid bewusst beeinflusst.

Die Versammlung findet heute statt. Sämtliche Klubs haben ­ungeachtet ihres Leistungsver­mögens und ihrer Grösse eine ­Stimme. Würden die Wimmiser die Angelegenheit weiterziehen, sollten sie unterliegen? Meier sagt: «Darüber würden wir am Sonntag oder am Montag befinden.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.09.2017, 10:23 Uhr

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