Mit dem Rücken zur Wand

Trotz dreimaliger Führung verliert Minerva im ersten Match des Playoff-Halbfinals gegen R.C.D Fidell mit 3:5. Damit steht der Berner Titelverteidiger unter Siegzwang.

Glücklos: Auch Fábio Soares’ (Nr.7) Tor reichte nicht zum Sieg.

Glücklos: Auch Fábio Soares’ (Nr.7) Tor reichte nicht zum Sieg. Bild: Daniel Teuscher

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Noch einmal redet Captain Yves Mezger eindringlich auf sein Team ein, wie er das bereits vor Spielbeginn getan hat, als er die Mannschaft auf den bevorstehenden Match einschwor. Diesmal sind es wohl aufbauende Worte, die er seinen Mitspielern mitgibt – Minerva unterlag in der ersten Partie des Playoff-Halb­finals dem Aufsteiger Fidell 3:5.

Das entscheidende Tor zum 3:4 war eineinhalb Minuten vor Spiel­ende durch einen Strafstoss gefallen: Fidells Mauricio wollte einen langen Auswurf seines Torhüters Juanjo erlaufen, Machado wollte das verhindern. Mauricio fiel, der Schiedsrichter entschied auf Foul. Minerva-Präsident Miro Prskalo enervierte sich dermassen darüber, dass er auf die Tribüne geschickt wurde. «Ich weiss, dass ich wie ein schlechter Verlierer klinge, aber einmal mehr wurde gegen uns gepfiffen», zeigt sich Captain Mezger kurz nach Spielende frustriert, «es kann nicht sein, dass ein solches Spiel so entschieden wird.» Feldspieler Mezger stülpte sich danach das Goalietrikot über, um eine Überzahl vor dem gegnerischen Tor zu kreieren. Belohnt wurden die Berner für das Risiko nicht. Der Ball landete im verwaisten Tor zum 3:5-Endstand.

Angefangen hatte das Spiel bereits denkbar schlecht für das Heimteam. Noch nicht zwei Minuten waren gespielt, als Fabio Santona nach einem Misstritt im Laufduell am Boden liegen blieb. Mit seinem Einsatz ist am nächsten Wochenende nicht zu rechnen. «Er ist einer der Spieler mit der meisten Einsatzzeit; dass wir ihn verlieren, ist grosses Pech», sagt Trainer Pedro Santos, er­innert aber auch daran, dass sie 16 Spieler im Kader hätten.

Sehr unterschiedliche Gegner

Minerva fand während der ersten Halbzeit nie ins Spiel. Dennoch erzielte der Titelverteidiger das erste Tor. In der Folge zeigten die Spieler von Fidell ihre technischen Fähigkeiten, der Ausgleich war die logische Konsequenz. Mezger bemängelt die fehlende Aggressivität, Trainer Santos die mentale Einstellung: «Wir haben Angst, den Meistertitel zu verlieren, deshalb reagieren wir nur, statt zu agieren.»

Kurz nach der Halbzeitpause spielte Machado den Ball zwischen den Beinen des Gegners durch ins Tor zur erneuten Führung. Minerva trat nun aggressiver auf, das Geschehen wurde emotionaler. Nach dem erneuten Ausgleich traf Soares mit einem sehenswerten Weitschuss noch einmal zur Führung. Bekanntlich reichte auch das nicht.

«Es war ein grossartiges Spiel. Zwei unterschiedliche Mannschaften haben gegeneinander gespielt», sagt Santos. Harte Arbeit, dafür stehe Minerva, Fidell setze auf andere Stärken, hole gute Spieler aus Spanien. So wurde die Ankunft des Torhüters Juanjo erst am Samstag vermeldet, Jonhy Rodriguez war im Februar als siebter Spieler aus dem galicischen A Coruña zu der Mannschaft gestossen.

Für Minerva steht das Wochenende der Wahrheit bevor. Gewinnen die Berner am Samstag in La Chaux-de-Fonds, fällt die Entscheidung am Sonntag in der Weissensteinhalle. Verlieren sie, ist die Mission Titelverteidigung schon zu Ende. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.03.2018, 14:37 Uhr

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