Mehr als Himmel und Hölle

Uni Bern hat die Saison auf dem letzten Platz abgeschlossen. Dennoch blicken die Berner optimistisch in die Zukunft.

<b>Uni Bern</b> mit Captain Janick Sommer (Mitte) zahlte Lehrgeld.

Uni Bern mit Captain Janick Sommer (Mitte) zahlte Lehrgeld.

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Auf den ersten Blick ist es ein unschönes Spiegelbild. Nur ein Sieg resultierte für den VBC Uni Bern in der zu Ende gegangenen Saison, der ersten seit 18 Jahren in der höchsten Spielklasse.

Und während sich die anderen acht Teams am Wochenende erstmals in den Playoff-Viertelfinals gegenüberstehen werden, müssen die Berner zuschauen. Vor einem Jahr sah das ganz anders aus.

Damals stand Uni Bern frühzeitig als Aufsteiger fest, musste in der NLB nur eine Niederlage hinnehmen. «Es ist fast wie Himmel und Hölle», sagt Präsident Felix Merz und vermittelt in bildhafter Sprache ein negatives Bild, das beim Blick auf die Tabelle entstehen kann, das allerdings die Saison der Berner nicht adäquat zusammenfassen würde.

Denn als höllisch schlecht sehen sie ihre Auftritte in der NLA nicht an. Merz spricht von einer «Lernsaison», einer Saison, in der die Mannschaft oft nah dran war und bisweilen auch mit den Topteams mithalten konnte, einer Saison aber auch, in der in den entscheidenden Momenten meist die Gegner besser waren.

«Es fehlt nicht viel», sagt er und führt die Schwäche in den engen Situa­tionen primär auf die fehlende Erfahrung auf diesem Niveau ­zurück.

Spass an Herausforderung

Trotz 23 Niederlagen – eine brannte sich besonders tief ins Gedächtnis der Berner ein: das 1:3 im Heimspiel gegen Einsiedeln Ende Februar –, mit einem Sieg hätten sie sich wahrscheinlich den letzten Playoff-Platz gesichert und könnten nun gegen Qualifikationssieger Lausanne antreten. «Das war enorm bitter», sagt Janick Sommer, zumal es ein «gutes Zeichen» gewesen wäre, wenn der Aufsteiger bereits eine Mannschaft hätte hinter sich lassen können.

Der Captain spricht vom schwierigen Einstieg in die NLA, der anspruchsvoller gewesen sei, als man das im Vorfeld vielleicht vermutet hätte, von der Anpassungszeit, die er und seine Teamkollegen auf diesem Niveau benötigten, und von der Hektik, die sich plötzlich im entscheidenden Spiel in den Reihen der Berner bemerkbar gemacht habe. «Wir haben uns nicht so stark weiterentwickelt, dass wir unsere Schwächen loswerden konnten.»

Dennoch zieht auch Sommer ein mehrheitlich positives Saisonfazit. Sie hätten viele Spiele eng gestalten können, und der Teamgeist sei trotz der Niederlagen während der ganzen Saison intakt gewesen. «Es macht enorm Spass, auf diesem Niveau zu spielen.»

Jeder Punkt sei eine Herausforderung, etwas, wofür man als Team hart arbeiten müsse, und wenn man ihn gewinne, sei dies eine grosse Freude. «Es macht mehr Spass, Amriswil einen Satz abzunehmen, als in der NLB jeden Match mit dem Druck zu spielen, dass wir unbedingt gewinnen müssen.»

Sommers Ehrgeiz und positive Einstellung sind Eigenschaften, welche die Berner auch in der nächsten Saison prägen sollen. Erste Gespräche hätten im Hinblick auf die neue Spielzeit bereits stattgefunden, sagt Präsident Merz, noch sei es aber zu früh, Schlüsse zu ziehen, wie die Mannschaft im nächsten Herbst aussehen werde.

«Es wird sicher Veränderungen geben.» Die Berner wollen etwas Nachhaltiges aufbauen, immer wieder junge und regional verankerte Spieler ins Team integrieren, und da lassen sie sich ob dieser Saison nicht entmutigen. «Eine gute Nachwuchsförderung ist ein Schlüsselelement für den Erfolg», konstatiert Merz.

Ein Credo, das auch Sommer befürwortet: «Ich bin sehr happy mit der Entwicklung der Junioren.» Er lobt, dass viel Know-how des NLA-Teams bereits in den Nachwuchs fliesse und so schon früh eine ähnliche Spielphilosophie verfolgt werde. «Davon profitieren alle.»

Und Merz sagt: «Eine solche Strategie umzusetzen, braucht Zeit. Aber Uni Bern hat in der NLA eine ­Zukunft.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.03.2018, 17:25 Uhr

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