Mandy Wiggers Leidenszeit ist vorbei

Mandy Wigger ist wieder da: Neun Monate nach ihrem Kreuzbandriss hat die neue Könizer Diagonal-Angreiferin beim 3:1 (25:22, 25:23, 21:25, 28:26) gegen Franches-Montagnes ihr Comeback gefeiert.

Bis in die Fingerspitzen motiviert: Mandy Wigger (Nummer 11) und Benavia Jenkins (3) stellen den Block gegen Cassidy Lichtman.

Bis in die Fingerspitzen motiviert: Mandy Wigger (Nummer 11) und Benavia Jenkins (3) stellen den Block gegen Cassidy Lichtman. Bild: Iris Andermatt

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Auf diesen Moment haben Mandy Wigger und die Fans von Volley Köniz lange gewartet: Im zweiten Satz, beim Stand von 18:18, darf sie endlich rein, die stärkste Volleyballerin mit Schweizer Pass. Nach neun Monaten Wettkampfpause gibt die 25 Jahre alte Diagonalangreiferin in der schmucken Sporthalle in Neuenegg gegen Franches-Montagnes ihr Comeback. Wigger hatte sich Ende Januar im Meisterschaftsspiel gegen Neuenburg das vordere Kreuzband sowie den inneren und äusseren Meniskus gerissen – sie war damals Captain von Volero Zürich.

Comeback der kleinen Schritte

Wigger wird zweimal geblockt, ein Ball landet im Aus, die Aufschläge bringt sie solid ins Feld. Nichts Grossartiges, gewiss, aber das hat keine Bedeutung. Die Könizerinnen gewinnen den Satz auch ohne die Effizienz ihrer prominentesten Fachkraft. Das Debüt der 39-fachen Schweizer Nationalspielerin im zitronengelben Trikot von Köniz freut Florian Steingruber ebenso wie der 3:1 (25:22, 25:23, 21:25, 28:26)-Erfolg gegen die Freibergerinnen. «Mandy Wigger braucht unbedingt Matchpraxis. Ich will ihre Einsätze aber nicht forcieren», sagt der Könizer Teamchef. Es werde ein Comeback der kleinen Schritte. «In vier bis fünf Wochen wird sie ihr gewünschtes Rendement erreichen.»

«Mir fehlt noch etwas die Sprungkraft, ich bin ja erst seit eineinhalb Wochen im wettkampfmässigen Training», meint Wigger nach ihrem Comeback. Sie habe noch ein wenig Angst, ihre Aktionen voll durchzuziehen, gibt sie zu. «Ich bin erst zu 60 Prozent fit.» Schmerzen empfinde sie keine. «Beschwerden habe ich nur, wenn ich in der Feldecke herumstehen und auf meine Einsätze warten muss.» Es sei ein «komisches Gefühl» gewesen, vor dem Spiel zum ersten Mal das Könizer Dress anzuziehen, erzählt Wigger, die zuletzt drei Jahre lang beim Branchenleader Volero gespielt hatte. Aber sie fühle sich wohl im neuen Team. «Ich bin herzlich aufgenommen worden.» Mandy Wigger hat ihr Strahlen wiedergefunden.

Kubinovas Finten

Eine ausgezeichnete Vorstellung zeigte Sarka Kubinova. Die Zuspielerin aus Tschechien orchestrierte die Angriffe im Könizer Ensemble vorzüglich. Und sie strotzte vor Selbstvertrauen: Mit sieben Finten – vier allein im ersten Satz – narrte sie ein ums andere Mal das Abwehrdispositiv der Jurassierinnen. Kubinova konnte den kollektiven Einbruch im dritten Satz aber auch nicht verhindern. «Wir verpassten es, einige Bälle ‹tot› zu machen, und bekamen plötzlich Angst, das Spiel zu verlieren», analysierte Kubinova. 18:13 führte der Berner Vorortsklub in dieser Phase scheinbar vorentscheidend, als sich in der Annahme Flüchtigkeitsfehler häuften. Weil auch der Druck am Könizer Service abnahm, feierte die Auswahl des neu installierten Trainers Romeu Beltramelli mit dem Satzgewinn (25:21) das etwas andere «Comeback».

Gegen den alten Klub

Die Baisse der Könizerinnen dauerte bis weit in den vierten Satz hinein (2:8). Dann aber dürfte der Könizer Belegschaft bewusst geworden sein, welche Bedeutung das Spiel für Ex-Franches-Montagnes-Trainer Florian Steingruber hatte. Die Einheimischen holten unter der Regie der schlagstarken Anika Schulz und der überzeugenden Sarina Schafflützel Punkt um Punkt auf. «Für mich war es speziell, auf mein letztjähriges Team zu treffen», sagt Steingruber. «Ich bin den Spielerinnen dankbar, dass sie meine Nerven nicht strapazierten. Mit dem erstmaligen Sieg gegen meinen Ex-Klub habe ich das Kapitel Franches-Montagnes abgeschlossen.»

Auch für die Könizer Libera Mélanie Pauli war der Vergleich gegen den letztjährigen Cupfinalisten eine besondere Angelegenheit. Sie hängte sich gegen ihren Ex-Klub rein und hielt ein paar Bälle mirakulös im Spiel. Pauli wurde nach der Partie zur wertvollsten Akteurin gewählt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.10.2012, 09:36 Uhr

Telegramm

Volley Köniz – Franches-Montagnes 3:1

Sporthalle Neuenegg. – 470 Zuschauer. – SR Flückiger/Rüegg. – Einzelne Sätze: 25:22 (27 Minuten), 25:23 (28), 21:25 (27), 28:26 (31).
Volley Köniz: Kubinova 9 Gewinnpunkte (7 Angriff/2 Block/0 Service), Jenkins 12 (6/4/2), Mariana Alves 13 (12/0/1), Schafflützel 12 (12/0/0), Schulz 15 (14/1/0), Moffett 12 (11/1/0), Pauli (Libera/0); Talita Ferreira 3 (2/1/0), Kühner 0, Wigger 0, Svobodnikova 0.
Franches-Montagnes: Kocher 3 (2/0/1), Rowland 11 (8/3/0), Barry 9 (7/2/0), Lichtman 16 (15/1/0), Beattie 21 (15/0/6), Sciarini 4 (4/0/0), Dalliard (Libera/0); Girard 0.
Bemerkungen: Köniz ohne Poljakowa (Schwangerschaft) und Kronenberg (verletzt). – Servicefehler: 9:5.

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