Hikaru Nakamuras Prestigesieg

Dank einem Sieg in der Tiebreak-Partie gewann der US-Amerikaner die Zürich Chess Challenge.

Höchste Konzentration: Im Kampf um den Sieg dürfen die Schachspieler nichts übersehen. Foto: Christian Beutler / Keystone

Höchste Konzentration: Im Kampf um den Sieg dürfen die Schachspieler nichts übersehen. Foto: Christian Beutler / Keystone

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Mit einem Punkt mehr als Hikaru Nakamura war Wiswanathan Anand in das ­abschliessende Schnellturnier gestartet, doch dann verlor er zuerst gegen Lewon Aronjan und dann die hin und her wogende Direktbegegnung gegen den japanischstämmigen US-Amerikaner, sodass am Ende beide in der Gesamtwertung punktgleich waren. In der Regel entscheidet eine Feinwertung über den Turniersieg, was für Anand gesprochen hätte. In Zürich wurde aber eine Blitzpartie angesetzt. Der ermüdete 45-jährige Inder war darüber so sauer, dass er seine Figuren in rasendem Tempo und fahrig übers Brett führte und kläglich verlor.

Vielleicht war Anand noch enerviert, weil er in der letzten Rapidrunde gegen Sergei Karjakin einen Gewinnzug übersehen hatte, mit dem er sich den alleinigen ersten Platz hätte sichern können, jedenfalls schien es ihm im Tiebreak nicht mehr besonders wichtig zu sein, seinem beeindruckenden Palmarès einen weiteren «Titel» hinzuzufügen. Auch Nakamura machte kein grosses Aufheben über seinen Prestigesieg. Der 27-Jährige war nach seinem glamourösen ersten Platz am Open von Gibraltar bereits in bester Stimmung angereist und blieb gegenüber der kleinen Journalistenschar ruhig und sachlich wie immer.

Ohnehin war der Star des Donnerstagnachmittags im Hotel Savoy Wladimir Kramnik. Der 39-jährige Russe, der erst jüngst seinen Wohnsitz in Paris aufgegeben hat und mit seiner französischen Frau und den beiden Kindern nach Genf gezogen ist, spielte in den Partien über 15 Minuten plus 10 Sekunden Zeitbonus am souveränsten. Nur ein Sieg (gegen Karjakin) und ein Remis (gegen Aronjan) gelang hingegen Fabiano Caruana, der letztes Jahr hinter Weltmeister Carlsen Zweiter geworden war und diesmal in beiden Teilturnieren Letzter wurde. Der 22-Jährige scheint sich in den letzten Monaten zu viele Partien zugemutet zu haben. Nun gönnt er sich zwei Monate Ferien.

Zürich Chess Challenge. Rapidturnier, Endstand: Kramnik (Rus) 3,5. 2. Aronjan (Arm), 3. Nakamura (USA), je 3. 4. Karjakin (Rus), 5. Anand (Ind), je 2. 6. Caruana (It/USA) 1,5. –

Gesamt (Klassische Partien und Schnellpartien): 1. Nakamura (Sieger im Armaggedon-Blitz), 2. Anand (Ind), je 9. 3. Kramnik 8,5. 4. Aronjan 7. 5. Karjakin 6. Caruana 5,5.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.02.2015, 22:43 Uhr

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