«Für mich wird es Zeit, sesshaft zu werden»

Volleyball

Der 44 Jahre alte Argentinier Guillermo Gallardo erklärt, weshalb er seinen Trainervertrag bei Volley Köniz nicht erfüllen wird.

2013 stiess er zu Volley Köniz, auf Ende Saison 2014/15 hat er nun schon wieder gekündigt: Trainer Guillermo Gallardo.

2013 stiess er zu Volley Köniz, auf Ende Saison 2014/15 hat er nun schon wieder gekündigt: Trainer Guillermo Gallardo.

(Bild: Andreas Blatter)

Am Ende der Saison kehren Sie trotz eines weiterlaufenden Vertrags in Köniz aus familiären Gründen nach Deutschland zurück. Können Sie das erläutern?Guillermo Gallardo:Meine Frau Nadja hat Heimweh. Sie ist jetzt schon über ein Jahr weg von zu Hause. Wir möchten in der Nähe unserer Familien leben. Wir fühlen uns mit unserem Kind etwas allein hier. Weil meine Heimat Argentinien weiter weg liegt als Deutschland, die Heimat meiner Frau, haben wir beschlossen, nach Suhl zurückzukehren. Ich werde dort einen Job suchen.

Ihre Entscheidung, Volley Köniz zu verlassen, hat also nichts mit einem Angebot eines europäischen Spitzenklubs zu tun? Nein, mir liegt kein Angebot eines anderen Klubs vor. Vielleicht werden ein paar Anfragen kommen, wenn es sich herumgesprochen hat, dass ich Köniz verlasse.

Würden Sie ein Angebot eines europäischen Spitzenklubs prüfen? Wir haben entschieden, uns in Suhl niederzulassen. Dort besitzen wir ein Grundstück, und dort wollen wir ein Haus bauen. Ich bin nun seit 22 Jahren im Trainerbusiness tätig, habe viele Länder kennengelernt. Für mich wird es Zeit, sesshaft zu werden. An ein Angebot eines europäischen Spitzenklubs denke ich nicht.

Welcher Arbeit werden Sie in Suhl nachgehen – übernehmen Sie den dort ansässigen Bundesligisten Volley Stars Thüringen? Nein, die haben einen sehr guten Trainer (lacht). Aber die Klubverantwortlichen werden überrascht sein, dass ich nach Suhl zurückkehre. Ich bin diplomierter Sportlehrer. Mein Dossier habe ich bereits an einige Stellen in der Region Suhl geschickt. So zum Beispiel an den Olympiastützpunkt Thüringen mit dem Wintersportzentrum Oberhof. Ich hoffe, dass ich mich Anfang März dort vorstellen kann.

Bleiben Sie Nationaltrainer des rumänischen Frauenteams? Ja. Dieses Amt wird die letzte Aufgabe sein, die ich im Volleyball unbedingt machen will. Ich werde mit Rumänien im Juni an den Europaspielen in Baku und im September an der Europameisterschaft teilnehmen.

Wie gefällt es Ihnen in Köniz? Ich habe eine wunderbare Beziehung zu den Könizer Entscheidungsträgern aufgebaut. Es tut mir wirklich leid, dass ich nicht in der Lage bin, den langfristigen Vertrag zu erfüllen. Ich werde immer für Köniz da sein, wenn ich dem Verein helfen kann.

Sie sind ein fordernder Trainer. Konnte das Umfeld von Volley Köniz auf Ihre Wünsche eingehen? Im Grossen und Ganzen schon. Klar könnte die Hallensituation besser sein, und natürlich hätten wir als Verein etwas geschlossener auftreten können. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Wir haben aber immer eine gute Lösung gefunden.

Sie forderten in der Weissensteinhalle grosszügigere Trainingszeiten. Auch die unbefriedigende Hallensituation hat also nicht zu Ihrem Entscheid beigetragen, den Klub zu verlassen? Nein, die Halle ist gut. Der Klub kämpft darum, mehr Hallenzeit für die Trainings zu bekommen. Es sind Verbesserungen in Sicht. Bis jetzt kommt in der neuen Halle zuerst die Schule, dann der Sport.

Berner Zeitung

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