Ein «Heimspiel» vor 4 Fans

Volleyball

Volley Köniz hat sein Heimspiel gegen Franches-Montagnes aus logistischen Gründen im Jura ausgetragen. 4 Fans waren mit dem Team ins tief verschneite Les Breuleux gereist, wo die Bernerinnen gewannen.

Die Mauer: Martina Frankova und ihre Könizer Teamkollegin Patricia Schauss (rechts) stellen einen unüberwindbaren Block.

Die Mauer: Martina Frankova und ihre Könizer Teamkollegin Patricia Schauss (rechts) stellen einen unüberwindbaren Block.

(Bild: Andreas Blatter)

Volley Köniz hat in der neuen Weissensteinhalle derzeit nur neben dem Spielfeld Probleme. Weil in der Wettkampfhalle gestern Futsal und Basketball gespielt worden sind, mussten die Vereinsverantwortlichen das Meisterschaftsheimspiel gegen Franches-Montagnes aus logistischen Gründen in den Jura verlegen.

Eine Dislozierung ins Oberstufenzentrum, der früheren Heimstätte von Volley Köniz, sei aus finanziellen Gründen nie zur Debatte gestanden, erklärte VR-Mitglied Beat Ackermann. Um anzufügen: «Wir hätten das ganze Material mit angemieteten Transportfahrzeugen ins OZK bringen und zusätzliche Helfer aufbieten müssen.»

Zudem machte der Gegner aus den Freibergen Köniz mit einem attraktiven Angebot das Abtreten des Heimrechts schmackhaft: Franches-Montagnes hat die Hälfte der Einnahmen aus Eintrittsgeldern und Buvettebetrieb an Köniz abgetreten. Deshalb sagt Ackermann: «Unter dem Strich dürften wir mit dem ‹Heimspiel› in Les Breuleux finanziell besser fahren, als wenn wir das Spiel im OZK durchgeführt hätten.»

Ein Gedränge im Sporttempel

Das Erstellen der Spielpläne in der Weissensteinhalle ist eine organisatorische Herausforderung. Neben den Schulklassen drängen auch vier Nationalliga-Vereine in den neuen Sporttempel: Volley und Floorball Köniz als Repräsentanten der Gemeinde Köniz, Futsal Minerva und die Basketballer der STB-Giants als Vertreter der Stadt Bern.

An den datumsmässig ungeraden Wochenenden steht den Könizer Vereinen die Wettkampfhalle jeweils am Samstag zur Verfügung, tags darauf müssen sie mit der darüber liegenden Trainingshalle vorliebnehmen.

An den «geraden» Wochenenden ist es umgekehrt – die Könizer Klubs können am Sonntag die grosse Halle in Anspruch nehmen. Die Trainingshalle ist eine flächen- und höhenmässig zwar gleich grosse Räumlichkeit, in der auch Anzeigetafel, Musikanlage und Feldeinzeichnung vorhanden sind – einen entscheidenden Nachteil hat sie allerdings: Die obere Halle hat keine Tribüne, sie müsste für einen Ernstkampf ebenerdig bestuhlt werden.

15:4, 20:9 und 14:3

Weil Franches-Montagnes nicht bereit war, an einem anderen Tag gegen die Bernerinnen anzutreten, ist es gestern zu diesem aussergewöhnlichen Könizer «Heimspiel» im tief verschneiten Jura gekommen. Nach der Ankunft im 1038 Meter über Meer gelegenen Les Breuleux stapften Trainer Guillermo Gallardo und die Spielerinnen durch einen halben Meter Neuschnee.

Das taten auch vier Könizer Fans, die davon profitierten, dass ihnen der Klub die Fahrt in den Jura als Wiedergutmachung für das entgangene Heimspiel offeriert hatte. Die Könizerinnen hinterliessen auch in der Halle ihre Spuren.

Im ersten und zweiten Satz war Franches ein überforderter Sparringspartner. Im ersten Durchgang führte Köniz 15:4, im zweiten 20:9. «Dann ging die Spannung verloren, was zum Verlust des dritten Satzes geführt hat», sagt Gallardo nach dem 3:1 (25:16, 25:17, 20:25, 25:19). «Wir müssen lernen, komfortable Vorsprünge besser zu verwalten, und es muss unser Anspruch sein, auf Leistungseinbrüche schneller zu reagieren.» Auch im vierten Umgang waren die Könizerinnen bis zum 14:3 unwiderstehlich davongezogen, ehe sie den «Gastgebern» ein paar Punkte überliessen.

Berner Zeitung

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