Die Frau mit den vielen Frisuren

Die bemerkenswerte Karriere von Karin Trüssel geht auf dem Berner Bundesplatz zu Ende. Zum letzten Mal hinterlässt die Brienzer Beachvolleyballerin Spuren im Sand. An der Schweizer Meisterschaft ist eine neue Frisur fällig.

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Es gibt viele Beweggründe, Frisur und Farbe radikal zu wechseln: Sei es ein Modetrend oder der Wunsch, das eigene Leben nach einer Trennung umzukrempeln. «Ich habe aber weder einen neuen Job noch einen neuen Mann», antwortet Karin Trüssel schmunzelnd auf die Frage, ob an diesem Klischee wirklich etwas dran sei. «Ich lebe mit meinem Freund seit fünf Jahren in einer glücklichen Beziehung.» Sie probiere eben gerne ein neues Styling aus und verändere ihre Frisur nach Lust und Laune.

Die 33-jährige Brienzerin präsentiert sich jedes Jahr mit neuem Haarschnitt – so auch an der laufenden Schweizer Beachvolleyball-Meisterschaft in Bern. Auf dem Bundesplatz geht ihre sportliche Karriere zu Ende. «Ich spiele meine letzten Bälle, dann ist Schluss», sagt Karin Trüssel. Es klingt wehmütig. An der Seite von Annik Skrivan, 31, bemüht sich die Berner Oberländerin, ihren Abschied so lange wie möglich hinauszuzögern. Im ersten Spiel treffen Skrivan/Trüssel heute um 9.45 Uhr auf das Tandem Martina Grossen/Romana Kayser. «Ein Podestplatz wäre der krönende Abschluss», sagt die Sekundarlehrerin.

Mehr Zeit für sich selbst

Sie werde im Sand leicht zu erkennen sein, erzählt Trüssel. «Ich klebe auf meine Hose etwas auf, das mit der Abschiedsvorstellung zu tun hat. Mehr verrate ich aber nicht.» Die ehemalige NLA-Volleyballerin (VBC Köniz, Uni Bern, Franches-Montagnes) tritt zurück, weil sie nach zehn Jahren Halbprofitum mehr Zeit für sich selbst haben will. «Ich möchte einmal spontan ins Kino oder an eine Party gehen. Ein Wunsch von mir wäre es auch, auf den Malediven an einem weissen Sandstrand ohne Beachvolleyballnetz die Seele baumeln zu lassen», sagt die 1,78 Meter grosse Verteidigungsspezialistin. In die Vorfreude für künftige Mussestunden mischt sich aber auch Wehmut. «Ich habe die letzten zehn Jahre in einem spannenden Rhythmus gelebt und viele emotionale Momente erlebt», sagt Trüssel. Die Dienstreisen auf der World Tour hätten sie an paradiesische Strände wie Acapulco, Los Angeles und Rio de Janeiro geführt. «Es war eine gute Lebensschule. Ich sehe heute vieles gelassener. Die brasilianische Mentalität hat mich flexibler gemacht. Es geht auch, wenn nicht alles so schweizerisch-exakt durchgeplant ist.»

Als ihren grössten Erfolg bezeichnet Karin Trüssel den Finaleinzug am FIVB-Satellite-Turnier 2006 in Vaduz, wo sie mit Annalea Hartmann erst am deutschen Duo Katrin Holtwick/ Ilka Semmler scheiterte. Ebenfalls stolz ist die Bernerin auf ihren 13.Platz auf der World Tour in Shanghai 2005 (mit Nadia Erni). (Berner Zeitung)

Erstellt: 03.09.2009, 09:52 Uhr

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