Der Berner Final ist Tatsache

Floorball Köniz gewinnt gegen GC 5:3 und qualifiziert sich mit 4:1 Siegen für den Superfinal. Dort kommt es zum Berner Derby gegen Qualifikationssieger Wiler-Ersigen.

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Irgendwann hatte René Berliat genug gesehen. 4:3 führten seine Könizer noch gegen GC, die Kontrolle über das Geschehen entglitt ihnen allmählich. Da nahm der Coach sein Time-out, um «drei, vier Dinge kurz zu erläutern, die ich vermisst habe», wie er später verriet. Die Massnahme wirkte, Köniz fand zurück zu seiner Dominanz.

Patrik Doza gelang schliesslich das erlösende 5:3, nachdem die Vorstädter reihenweise an GC-Goalie Pascal Meier oder am eigenen Unvermögen gescheitert waren. Dozas Tor bescherte Köniz die Teilnahme am Superfinal, es bedeutete die Entscheidung in diesem fünften Spiel, welches für die Könizer eigentlich nicht zur Zitterpartie hätte werden sollen.

Die sonderbare Premiere

48 Sekunden waren um, da brachte Jonas Ledergerber das Heimteam in Führung. Es handelte sich um eine Premiere: In den restlichen vier Spielen hatte jeweils GC das erste Tor erzielt. Und die Könizer nahmen in der Folge Fahrt auf, es deutete sich erstmals auch ein klares Verdikt an. Nach der Hälfte der Zeit lag Köniz 4:1 vorn und strahlte dabei viel Sicherheit und Selbstvertrauen aus. «Die ersten 40 Minuten waren wirklich sehr gut», sagte Berliat. Aber ein einseitiger Spielverlauf hätte nicht zu dieser Serie gepasst.

Der Vergleich der Finalisten von 2016 fand heuer stets auf Augenhöhe statt – jedes Teilstück war hart umkämpft. So erstaunte es nicht, kam GC im Schlussdrittel, das drohende Ausscheiden vor Augen, nochmals auf 4:3 heran. Letztlich hatten die Berner den längeren Atem. Und Berliat die grössere Auswahl an Spielern mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten.

Neben Manuel Maurer und Jan Zaugg gehört auch Patrik Doza dazu. Der Tscheche begeistert das Publikum immer wieder mit seinen blitzschnell ausgeführten Drehschüssen und -pässen.

«Der Druck liegt bei Wiler»

Das Zuschaueraufkommen übrigens stand in keinem Verhältnis zur Bedeutung des Spiels. Bei dem warmen Wetter fanden nur 702 den Weg in die Weissensteinhalle – vor Wochenfrist waren es fast doppelt so viele gewesen. Diejenigen, die gestern als Fans der Könizer gekommen waren, standen am Schluss allesamt, die ­Erleichterung in der Halle war spürbar.

Die Vorstädter erhalten im Superfinal am 22. April die Gelegenheit zum allerersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Vor zwei Jahren war Köniz als klarer Favorit angetreten – und wegen eines verpatzten Mitteldrittels gescheitert. Jetzt sind die Vorzeichen anders. «Der Druck liegt ganz klar bei Wiler-Ersigen», sagt Doza.

Berliat hat nun zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung auf das Endspiel gegen die Unteremmentaler, die im Playoff defensiv bestechend aufgetreten und noch ungeschlagen sind. Der Titel käme für den Trainer, der die Szene jahrelang geprägt hat, einem märchenhaften Abschluss gleich. Dass der Final nicht in einer Serie ausgetragen wird, kommt Köniz entgegen. Und vielleicht hatte auch die Niederlage vom Samstag etwas Gutes. «Wir wissen nun, wie wir nicht spielen sollten», hält Doza fest. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.04.2018, 07:36 Uhr

Wiler Ersigen – ohne Niederlage

Es war ein hartes Stück Arbeit für den Meister Wiler-Ersigen, den vierten Sieg im vierten Halbfinalspiel gegen Rychenberg Winterthur unter Dach und Fach zu bringen. Die Unteremmen­taler lagen im Schlussdrittel zwar 4:3 im Rückstand, steckten aber nie auf, mobilisierten nochmals alle Kräfte und vermochten die Partie ganz am Schluss noch zu drehen.

Matchwinner für Wiler-Ersigen war schliesslich Verteidiger Jan Bürki, welcher in der 59. Minute das 5:4 für die Berner buchte. Somit stehen die Unteremmentaler ohne Niederlage im gesamten Playoff im Superfinal, welcher am 22. April in Kloten über die Bühne gehen wird.lüp

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