Das innere Feuer brennt auch im Unterbau

Seit Frühling 2015 arbeitet Stefan Abplanalp im C-Kader von Swiss-Ski. Der 42-jährige Meiringer, ehemals Trainer der Schweizer Abfahrerinnen, ­bezeichnet die Rückkehr in den Nachwuchs als ­erfrischend – und hat Erfolg.

Stefan Abplanalp ist bei Swiss-Ski als Ausbildner tätig.

Stefan Abplanalp ist bei Swiss-Ski als Ausbildner tätig. Bild: Keystone

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Lindsey Vonn bereitet sich in Garmisch-Partenkirchen auf Abfahrt und Super-G vor, kämpft gegen Lara Gut um den Triumph im Gesamtweltcup. Stefan Ab­planalp, im letzten Winter als Trainer der Amerikanerinnen oft an Vonns Seite, bereitet Julie Dayer im Berner Oberland auf die Rückkehr in den Europacup vor.

Den abrupten Wechsel von der grossen Bühne in die Anonymität des C-Kaders von Swiss-Ski hat der Meiringer nicht bereut – im Gegenteil: Er bezeichnet ihn als erfrischend, sagt, sein Leben sei weniger hektisch als zuvor. «15 Jahre lang flog ich durch die Welt, nun bin ich vor allem in der Heimat unterwegs.» Wobei sich im Moment von Heimat im engeren Sinn schreiben lässt, hält sich der 42-Jährige doch im Skigebiet Hasliberg auf.

Das lokale Rennsportzentrum – es wird vom ehemaligen Swiss-Ski-Slalomtrainer Reto Schläppi geleitet – bietet, was Abplanalp für seine neue Arbeit benötigt: eine permanent präparierte Piste mit fix installierten Sicherheitsnetzen, auf welcher es sich in den schnellen Sparten trainieren lässt. Klar definiert ist sein Wirkungskreis nicht. Grob formuliert soll der langjährige Trainer der Schweizer Abfahrerinnen helfen, die hinter dem Weltcupteam klaffende Lücke im Speedbereich zu schliessen. Was derzeit zur Aufgabe führt, durch Verletzungen vom Weg abgekom­mene Nachwuchsathletinnen mit entsprechendem Potenzial wieder in die Spur zu bringen.

Scalvedis rasanter Aufstieg

In dieser Woche kümmert er sich vornehmlich um Julie Dayer. Die 21-jährige Walliserin gilt seit mehreren Jahren als Hoffnungsträgerin, zog sich jedoch im vergangenen Winter einen Kreuzbandriss zu. Ziel sei, Dayer körperlich wie technisch auf ein Niveau zu führen, welches ermögliche, sie im Frühling wieder in eine Gruppe zu integrieren. Weiter fortgeschritten ist der Aufbau von Beatrice Scalvedi. Die Tessinerin erlitt ebenfalls einen Kreuzbandriss, verpasste die letzte Saison. Im Dezember belegte die 20-Jährige im Europacup-Super-G von Kvitfjell Rang 8; es war ihr erster Top-20-Platz auf zweithöchster Ebene. Im Januar reihte sie sich dreimal als Fünfte ein, am Dienstag liess sie sich in der Abfahrt von Davos als Siegerin feiern. Abplanalp begründet den Aufstieg auch mit der Einsatzbereitschaft im Kraft- und Konditionstraining. «Scalvedi hat begriffen, dass ihr Schwung nur schneller wird, wenn sie körperlich stärker wird.»

In diesem Bereich registriert der Berner den Hauptunterschied zu seiner früheren Tätigkeit. Methodisch sei vieles ähnlich, didaktisch fast alles anders. «Arrivierte Athletinnen haben Erfahrung, die tägliche Arbeit basiert auf dem Dialog. Im C-Kader steht die Ausbildung im Vordergrund, die erzieherische Kom­ponente. Die Jungen müssen lernen, was es heisst, richtig zu ­trainieren.» Von den Abläufen im Unterbau ist er positiv überrascht. Er hält fest, die Übergänge zwischen Leistungszentren, C-Kader und Europacup seien fliessend, die Qualität der Trainer sei hoch. Habe er als Weltcuprückkehrer einen Vorteil, finde sich dieser im Bereich der Glaubwürdigkeit. «Sage ich einer Athletin, sie müsse die Komfortzone verlassen, wenn sie Sieg- und nicht Platzfahrerin werden wolle, kann ich Beispiele nennen.»

Abplanalp betrachtet den Wechsel als Horizonterweiterung, sagt, er entwickle den gleichen Ehrgeiz wie an der Spitze, sei mit dem gleichen Feuer am Werk. Der Gedanke, in den Weltcup zurückzukehren, sei gewiss präsent, gesteht der Haslitaler. Eile jedoch ist keine vorhanden. Weil es sich beim Weltcup aus Trainersicht um einen extrem kräfteraubenden Mikrokosmos handelt. Und weil es guttut, auch einmal an etwas anderes zu ­denken. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.02.2016, 09:15 Uhr

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