Wacker: Uncool im Spektakel

Die Akteure Wacker Thuns verfallen im Heimspiel gegen die Kadetten Schaffhausen nach starker erster Hälfte in Hektik und verlieren 24:33. Ron Delhees überzeugt beim neuerlichen Comeback.

Viele Chancen, wenig Tore: Nino Gruber und Wacker Thun.

Viele Chancen, wenig Tore: Nino Gruber und Wacker Thun.

(Bild: Patric Spahni)

Adrian Horn

Es lebe die Rivalität! Auch einige Jahre nach der Hochphase des Nichtmögens zelebrieren die Thuner und die Schaffhauser das sonderbare Verhältnis, das sie zueinander pflegen.

Nationalspieler Stefan Huwyler schubst Nationalspieler Nik Tominec; dieser verliert das Gleichgewicht und fällt über die Sponsorenbanner in die auffangenden Hände aufmerksamer Zuschauer.

Gleich sechs Werbeflächen liegen am Boden. Später beschweren sich einige Kadetten lautstark, Wacker habe einen Mann zu viel auf dem Feld stehen, während vielmehr sie diejenigen sind, welche eine Strafe absitzen. Reto Friedli enerviert sich darob so sehr, dass er sich gefühlt minutenlang nicht beruhigt.

All diese Dinge geschehen nach dem Beginn der zweiten Hälfte und damit zu einem Zeitpunkt, da die Berner Oberländer die Nerven, den Anschluss und die Partie verlieren. In der Vergangenheit bewahrten sie in derlei Momenten oft kühlen oder zumindest kühleren Kopf und gewannen mitunter deswegen.

Am Samstag lassen sie nach überzeugendem erstem Umgang die Coolness vermissen. Sie greifen nun ungestüm an, schliessen überhastet ab, vernachlässigen die Deckungsarbeit und kassieren Strafen.

Coach Martin Rubin sagt später, sein Team habe in den zweiten 30 Minuten nicht mehr so sehr Handball gespielt, es sei vielmehr ein Geknorze gewesen. Und er meinte, die Mannschaft habe sich teilweise zu sehr mit den Schiedsrichtern aufgehalten, statt die Energie in positive Emotionen zu stecken.

24:33 unterliegt der Cupsieger dem Meister vor 930 Zuschauern. Das Skore gibt die Kräfteverhältnisse an diesem Tag nicht korrekt wieder. Die Hausherren waren in der ersten Halbzeit besser gewesen, auch wenn sie mit einem Rückstand in die Pause gingen (14:15).

Gleich fünf sehr gute Möglichkeiten hatten sie ausgelassen. 2:6 waren sie nach der Startphase im Hintertreffen gelegen, ehe sie aufdrehten und vorübergehend jenes Wacker waren, vor dem sich auch die Nordostschweizer fürchten. Im Nu drehten sie die Partie, sie führten nun kurz und begeisterten phasenweise. Einen guten Eindruck hinterliess der abermals von einer Verletzung genesene Ron Delhees.

Im hünenhaften Linkshänder beschäftigen die Thuner einen ihrer wenigen klassischen Shooter, und der Nationalspieler war denn auch in der Lage, sogenannt einfache Tore zu erzielen. Mit Noah Haas tat sich ein ähnlicher Spielertyp derweil schwer; in seinem zweiten Auftritt für Wacker wirkte der frühere Schaffhauser in den ersten 10 Minuten überfordert.

Die Pleite und die Zuversicht

Einige Akteure sind nicht in Bestform, wichtige Kräfte wie Stammkeeper Marc Winkler und MVP Nicolas Raemy fehlen unverändert. Dennoch heizten die Thuner dem Meister ein. Das muss ihnen und ihrem Umfeld Mut machen für den weiteren Verlauf der Saison. Duelle mit dem Erzrivalen werden folgen. Gewinnen müssen sie im Grunde bloss die wichtigen.

Wacker - Kadetten 24:33 (14:15)

Wacker: Wick (1)/Zuege (für 1 Penalty); Holm (1), Dähler (4), Suter (3), Giovanelli, Lanz (1), Wyttenbach (3/3), Friedli (1), Lüthi (1), Simon Huwyler (1), Stefan Huwyler, Haas (2), Gruber (1), Bouilloux (1), Delhees (4).

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