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Wacker Thun: Ein Stich ins Herzen am Valentinstag

Wacker Thun unterliegt einem dezimierten Pfadi Winterthur, das den Rückstand auf den Leader damit auf zwei Punkte verkürzt.

Ein bitterer Abend für Wacker Thun.
Ein bitterer Abend für Wacker Thun.
Christian Pfander

Die Veranstaltung ist zu Ende, und die Gastgeber fragen sich: Wie bloss konnte das geschehen? 55 Minuten sind um im Spitzenkampf, Wacker führt daheim 27:24 – gegen Pfadi, das die Absenz gleich sechs wichtiger Akteure kompensieren muss, am rechten Flügel stets Rechtshänder stehen hat und mit einem Gegenüber konfrontiert ist, das vollzählig und in Hochform ist. Die Winterthur wenden die Partie in der Schlussphase, sie ge­winnen 30:28 und rücken den unverändert an der Spitze rangierenden Thunern um zwei Zähler näher. «Ich bin sprachlos», sagt Reto Friedli, Kreisläufer und Vorkämpfer der Berner Oberländer.

Das Kräftemessen zwischen Martin Rubins Team und dem Zürcher Cupsieger beinhaltete all das nicht, was man erwartet hatte. Am Valentinstag gingen die Kontrahenten im Klassiker weniger hart als gewohnt zu Werke, es fielen weit mehr Tore als gedacht im Vergleich zweier Teams, die sich auch schon 18:17 getrennt hatten, und mit den Gästen setzte sich jenes Ensemble durch, das vor allen Dingen aufgrund der vielen Ausfälle als Aussenseiter in die Begegnung gegangen war.

Eckpfeiler als Teilzeitarbeiter

Dass sich Pfadi unter diesen Umständen durchsetzte, ist nicht zuletzt auf Wackers Europacupteilnahme und deren Folgen zurückzuführen. Coach Rubin gewährt dieser Tage seinen besten Leuten mehr Pausen als üblich, er will all seinen Spielern Einsatzzeit geben und damit verhindern, dass den Leistungsträgern die Kräfte ausgehen – was sinnvoll ist und die Verletzungsgefahr des Einzelnen minimiert. In Partien wie der gestrigen aber hätten die Thuner vermutlich nur zu gern länger als bloss während gefühlt 30 Minuten auf ihre in exzellenter Ver­fassung befindliche Schlüssel­figur Lukas von Deschwanden ­zurückgegriffen.

Der Urner teilte sich die Einsatzzeit mit Lenny Rubin, dem andern künftigen Bundesligaprofi, während der in der Deckung wie gehabt sehr starke Captain Roman Caspar als Regisseur nicht auf Touren kam, die ihn auszeichnende Wucht vermissen liess und keinen einzigen Treffer beisteuerte. Die beiden Ausnahmekönner standen nie gemeinsam auf dem Feld.

Die einzige erfreuliche Nachricht für die Oberländer war jene, dass Nicolas Raemy seiner Normalform nach dem eineinhalbjährigen Ausfall näher gerückt ist. Er mag sich am Mittwoch über einzelne missglückte Aktionen geärgert haben; die Form aber, in der er sich bereits wieder befindet, verblüfft. Und verspricht einiges für das Playoff. Adrian Horn

Wacker - Pfadi Winterthur 28:30 (13:13)

1280 Zuschauer.Wacker Thun: Winkler (Wick / für 1 Penalty); Linder (1), Rubin (6/1), Raemy (3), Dähler (4), Suter (2), Giovanelli, Glatthard (1), Lanz, Caspar, Friedli (5), von Deschwanden (6), Huwyler, Krainer. Bemerkung: Wacker verschiesst 3 Penaltys.

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