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Wacker Thun zieht in den Cupfinal ein

Wacker Thun heisst der erste Teilnehmer des Handball-Cupfinals. Die Oberländer setzen sich im Halbfinal zuhause gegen Kriens-Luzern nach Startschwierigkeiten souverän 26:20 durch.

Matchwinner: Marc Winkler.
Matchwinner: Marc Winkler.
Christian Pfander

Auf einmal ist die Qualifikation für den Cupfinal ganz weit weg.

Heimspiel, zumal gegen einen Abstiegsrundenteilnehmer: Die Konstellation könnte besser ja kaum sein. Nach 15 Minuten aber liegt Wacker 3:8 in Rückstand. Den letzten Treffer erzielte André Willimann, und das ist bezeichnend für die Startviertelstunde. Kriens' Keeper ist gerade die dominante Figur, er hat zwei Penaltys und überhaupt so ziemlich alles abgewehrt, was auf seinen Kasten gekommen ist.

Die Highlights des Spiels in der Zusammenfassung. Video: WackerTV

Nun erzielt der frühere Schlussmann der Thuner gar noch ein Tor, er wirft ins verwaiste Gehäuse der Gastgeber. Diese knüpften so gar nicht an ihren exzellenten Auftritt aus der Partie vom Sonntag gegen den BSV Bern an, als sie ihrerseits 8:3 geführt und 40:29 gewonnen hatten. Martin Rubins Mannschaft ist angezählt.

Der Meister ist in dieser Saison konstant inkonstant. Auch am gestrigen Tag. Urplötzlich gelingt ihm alles, er macht die Differenz im Nu wett und liegt elf weitere Minuten 11:8 vorn. Einen begeisternden 8:0-Lauf legte er vor 1550 euphorisierten Zuschauern hin, es ist die Basis zum späteren Finaleinzug. 26:20 schlägt Wacker die Luzerner in der Vorschlussrunde des Cups, die Thuner qualifizieren sich zum sechsten Mal für ein Endspiel in diesem Wettbewerb. Verloren haben sie noch keines.

Interview mit dem Krienser Filip Gavranovic und Wacker-Torwart Marc Winkler. Video: WackerTV

Matchwinner ist ein Torwart. Aber es ist nicht Willimann, der stark nachlässt, bald kein Faktor mehr ist. Marc Winkler spielt sich zunehmend in den Vordergrund, hält sehr bemerkenswerte 45 Prozent aller Innerschweizer Würfe. Der 30-Jährige ist abermals federführend bei einem Coup der in den letzten Saisons so erfolgreichen Thuner.

Der Schlussspurt

Ende gut, alles gut: Das mag banal und vor allen Dingen wenig differenziert klingen, aber es beschreibt die Lage der Berner Oberländer treffend. Mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen des Jahres sicherten sie sich Rang 3 vor Finalrundenbeginn sowie die Teilnahme am Cupfinal. Und das ist eine vorzügliche Bilanz für einen Club, der im Sommer vier zentrale Akteure verloren hatte, im Herbst das Fehlen von zeitweise sechs Leistungsträgern kompensieren musste, in der Liga vorübergehend auf Platz 6 lag und sich im Viertelfinal des Pokalwettbewerbs nach der Pause mit einem Rückstand von fünf Treffern konfrontiert sah.

Rubin spricht in Zusammenhang mit 2018 von einem «genialen Jahr» und denkt vorab an den Meistertitel, aber auch an die jüngsten Darbietungen.

Wacker glänzte in den Partien davor gewiss nicht immer, die Auftritte im Supercup gegen Winterthur (17:26) sowie in der Meisterschaft in St. Gallen (19:33) und in Suhr (24:30) missrieten. Und die Ausbeute in der Champions League mit einem Zähler aus zehn Partien war ungenügend. Die Thuner aber gewannen jene Begegnungen, die sie gewinnen mussten – inklusive des gestrigen Cuphalbfinals.

Meisterschütze Luca Linder wird im Februar zurückkehren, für den gleichfalls am Knie verletzten Ron Delhees ist die Saison vermutlich gelaufen. Dass der nach verhaltenem Start überzeugend aufspielende Linkshänder das Playoff wohl verpassen wird, ist aus Sicht der Thuner bedauerlich.

Aber auch so beschäftigen sie ein Team, das Titel gewinnen kann. Nicolas Suter und Nicolas Raemy bestätigten sich als führende Aufbauer der hiesigen Liga. Ivan Wyttenbach, Damien Guignet und Thomas Lanz sind die Gewinner der bisherigen Saison, und das gestern zu Ende gegangene Comeback Roman Caspars war ein Erfolg.

Nach 28 Partien innert weniger Monate ist bei den Oberländern erst mal Erholung angesagt. «In den nächsten beiden Wochen will ich keinen Spieler in der Halle sehen», sagt Coach Rubin.

Der Stream zum Cuphalbfinal zwischen Wacker Thun und HC Kriens-Luzern aus der Lachenhalle können Sie hier anschauen. Quelle: WackerTV

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