Seoanes Spässchen mit Wölfli

Marco Wölfli wird gegen Valencia erstmals in der Champions League im Tor stehen. Sein Trainer Gerardo Seoane nimmt das locker.

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Dominic Wuillemin

Der YB-Spieler, über den am meisten gesprochen wird, ist am Montagmittag im Stade de Suisse nicht zugegen. Die Young Boys haben zur Medienkonferenz vor der Partie gegen Valencia geladen. In der Mitte des Podiums sitzt Trainer Gerardo Seoane, neben ihm hat Djibril Sow Platz genommen. Doch vorerst bekommt der junge Mittelfeldspieler keine Gelegenheit, sich zu äussern.

Nach ein paar Wortmeldungen Seoanes sieht sich der YB-Medienchef genötigt, Sow selbst zu lancieren. Der Nationalspieler antwortet auf die entsprechende Frage, dass Valencia jener Gruppengegner sei, der den ansehnlichsten Fussball spiele. «Aber wenn wir forsch und aggressiv auftreten wie in der ersten Halbzeit gegen Manchester United, ist vieles möglich.»

Von grösserem Interesse als Sow oder den Stärken und Schwächen der Spanier ist die Befindlichkeit Marco Wölflis. Der 36-jährige Meisterheld, im Sommer zum Ersatztorhüter degradiert, kann am Dienstag ein weiteres Kapitel seiner erstaunlichen Comeback-Story schreiben. Weil sich David von Ballmoos am Samstagabend beim FC Zürich eine Gehirnerschütterung samt Nasenbeinbruch zugezogen hat, kommt er zur Premiere auf grosser Bühne. Es tue ihm leid für von Ballmoos, sagt Seoane. «Aber wir freuen uns für Marco, dass er in seinem jungen Alter die Gelegenheit erhält, in der Champions League zu spielen.»

Das Spässchen verdeutlicht die Lockerheit, die Seoane an den Tag legt. Der 39-Jährige, dessen Eltern aus Galicien stammen, wechselt problemlos zwischen Deutsch und Französisch, seine Antworten übersetzt er gleich selbst ins Spanische. Zu Wölfli sagt er auch: «Ich hoffe, er kann die positive Energie der letzten Saison mitnehmen und auf die Teamkollegen übertragen.» Derweil meint Sow, als er wieder einmal zum Zug kommt: «Mit Marco haben wir einen Leader mehr auf dem Platz.»

Camara fehlt gesperrt

Auch die Defensive der Young Boys bot in den letzten Wochen Gesprächsstoff. In den vergangenen drei Partien gegen Juventus, Luzern und Zürich hat YB je drei Tore erhalten. Seoane bemängelt an der Medienkonferenz das Verhalten bei Standardsituationen sowie das Umschalten bei Ballverlust.

In der Innenverteidigung dürfte gegen Valencia erneut Sandro Lauper zum Zug kommen. Mohamed Ali Camara fehlt nach Gelb-Roter Karte in Turin gesperrt. Und Gregory Wüthrich ist zwar wiedergenesen, seinen letzten Ernstkampf bestritt er aber Anfang September.

Die Höhepunkte der Medienkonferenz zum Nachschauen. Quelle: Youtube/BSC Young Boys

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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