... dann schreibt YB heute Abend Geschichte

Gegen den englischen Rekordmeister Manchester United starten die Young Boys zweifellos in der Aussenseiterrolle. Wie können sie dem Favoriten ein Bein stellen?

Mit welcher Taktik schickt YB-Trainer Gerardo Seoane seine Spieler aufs Feld?

Mit welcher Taktik schickt YB-Trainer Gerardo Seoane seine Spieler aufs Feld?

(Bild: Christian Pfander)

Fabian Ruch

YB bestreitet sein Premierenspiel in der Champions League heute Abend gegen Manchester United in der Zwergenrolle – ist aber keineswegs chancenlos. Ein Sieg wäre zwar mindestens eine mittlere Sensation, aber die Young Boys müssen sich nicht kleiner machen, als sie sind. Denn Manchester United ist nicht in Topform, die Auftritte des Weltclubs in dieser Saison gerieten zäh, die Spielweise war statisch, gefährlich war das Team fast nur bei Standardsituationen. Und: Der Kunstrasen im Stade de Suisse ist ein klarer Vorteil für YB, zumal die auf dieser Unterlage unerfahrenen Akteure des Gegners mehrheitlich kräftig sind und damit alles andere als ideale Kunstrasenkicker.

Andererseits sind Wucht und Zweikampfstärke der Manchester-Akteure um den französischen Weltmeister Paul Pogba und die belgischen WM-Halbfinalisten Romelu Lukaku und Marouane Fellaini selbstverständlich ein erhebliches Plus des Giganten aus der Premier League. Die Young Boys müssen mutig sein, frech und spielfreudig, sie müssen in der Startphase Präsenz markieren und den Favoriten im besten Fall mit einer offensiven Ausrichtung überraschen. Denn es ist nicht ausgeschlossen, dass einige der Branchengrössen bei Manchester United den international unbedeutenden Schweizer Meister kräftig unterschätzen werden.

Die herausragende individuelle Klasse der Akteure in der United-Offensive spricht zwar für einen deutlichen Auswärtssieg. In der Abwehr aber ist der 20-fache englische Champion verwundbar, die Verteidiger sind eher langsam, ziemlich hüftsteif und zuweilen hasardierend unterwegs.

Wenn Goalie David von Ballmoos also einen magischen Abend erwischt. Wenn die Routiniers Steve von Bergen und Guillaume Hoarau Defensive und Offensive anleiten und prägen. Wenn der zentrale Abwehrspieler Mohamed Ali Camara über sich hinauswächst. Wenn die Aussenverteidiger Loris Benito und vor allem Kevin Mbabu stürmen und drängen und präzise Flanken schlagen. Wenn sich Zweikampfgrossmeister Sékou Sanogo im zentralen Mittelfeld den Hünen Manchester Uniteds entschlossen entgegenwirft. Wenn der feine Ballverteiler Djibril Sow an Sanogos Seite den Aufbau magistral orchestriert. Wenn Techniker Miralem Sulejmani seine Kunstrasenvorzüge ausspielt und mit seinem fantastischen linken Fuss geniale Freistösse und Eckbälle schlägt. Wenn Christian Fassnacht am Flügel fliegt und effizient ist. Wenn die flinken, rasanten Roger Assalé und Nicolas Ngamaleu ihren schwerfälligen Gegenspielern um die Ohren sausen. Und wenn die eingewechselten Berner Spieler sich perfekt in die Begegnung integrieren...

... dann, ja dann schreibt YB heute Abend Geschichte.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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