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Tina Maze macht Stöckli zur weltmeisterlichen Skimarke

Tina Maze wird in Garmisch Weltmeisterin im Riesenslalom und beschert sich und der Luzerner Skifirma Stöckli die erste Alpin-Goldmedaille an einem Grossanlass. Lara Gut wird enttäuschende 20.

Tina Maze verteidigte ihren Vorsprung nach dem ersten Lauf knapp und setzte sich 0,09 Sekunden vor der Italienerin Federica Brignone durch. Die 20-jährige Tochter von Maria Rosa Quario, die zwischen 1979 und 1983 vier Weltcupsiege gefeiert hatte, belegte schon bei der WM-Hauptprobe in Zwiesel den 2. Rang. Bronze ging an die 21-jährige Tessa Worley. Die dreifache Saisonsiegerin aus Frankreich hatte nach dem ersten Lauf lediglich den 19. Platz belegt. Sowohl für Brignone als auch für Worley war es die erste Einzelmedaille an einem Grossanlass.

Lara Gut hatte bei Halbzeit noch den 13. Platz belegt, was ungefähr den Erwartungen entsprach. Am Nachmittag büsste die angeschlagene Tessinerin dann noch sieben Positionen ein. Die beiden (Ex-)Junioren-Weltmeisterinnen Wendy Holdener und Denise Feierabend belegten die Ränge 29 und 35.

Tina Maze ist erst die zweite Weltmeisterin aus Slowenien nach Mateja Svet, die 1989 in Vail für Jugoslawien im Slalom triumphiert hatte. Sie hat sich die Goldmedaille mehr als verdient. Zuvor war Maze an Grossanlässen viermal Zweite geworden: 2009 in Val d'Isère im Riesenslalom, 2010 in Vancouver im Riesenslalom und im Super-G sowie am vergangenen Freitag in der Super-Kombination. Dass Maze im Weltcup seit dem Jahreswechsel ausser dem 2. Platz beim Parallel-Rennen in München nicht mehr viel zustande gebracht hat, zeigt, dass es sich bei ihr um eine Spezialistin für Grossanlässe handelt.

Der Ruf von Tina Maze ist nicht über alle Zweifel erhaben. Sie gilt als ebenso launische wie attraktive Diva und Sloweniens Antwort auf Lara Gut. Wie die Tessinerin unterhält Maze ein Privatteam, ihr Freund ist auch ihr Konditionstrainer. Im Gegensatz zum Gut-Clan ist Maze aber auch während der Saison nicht in die Equipe ihres Landesverbandes integriert.

Maze hat nicht nur für sich und ihre Nation, sondern auch für die Schweizer Skifirma Stöckli Geschichte geschrieben. Nie zuvor stand ein Alpin-Fahrer oder eine Alpin-Fahrerin mit Stöckli-Ski an einem Grossanlass zuoberst. In Vancouver hatte es durch Mike Schmid und die Kanadierin Ashleigh McIvor zwei Olympiasiege im Skicross zu feiern gegeben. Pikant: Der Servicemann von Maze hatte mitten in der Saison entnervt den Bettel hingeworfen.

Eine Schlappe musste das mit drei Topfahrerinnen angetretene Heimteam einstecken, was nach den gesundheitlichen Problemen im Vorfeld zu befürchten war. Maria Riesch war als Vierte des ersten Laufs auf bestem Weg zu einer dritten Bronzemedaille, schied dann aber aus. Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg wurde hinter der Südtirolerin Denise Karbon Fünfte. Die von grossen Rückenschmerzen gequälte Titelverteidigerin Kathrin Hölzl trat erst gar nicht mehr zum zweiten Lauf an und erklärte ihre Saison nach dem 20. Zwischenrang im ersten für beendet.

Der Start zum ersten Lauf war wegen Nebels von 10 Uhr im Halbstunden-Takt auf 12 Uhr verschoben worden. Fabienne Suter kam unfreiwillig um die Warterei herum. Die Schwyzerin erklärte wegen ihrer Magen-Darm-Grippe wie schon vor dem Team-Wettkampf Forfait.

Garmisch-Partenkirchen (De). WM-Riesenslalom der Frauen: 1. Tina Maze (Sln) 2:20,54. 2. Federica Brignone (It) 0,09 zurück. 3. Tessa Worley (Fr) 0,48. 4. Denise Karbon (It) 0,74. 5. Viktoria Rebensburg (De) 0,88. 6. Manuela Mölgg (It) 0,89. 7. Jessica Lindell-Vikarby (Sd) 1,01. 8. Marlies Schild (Ö) 1,20. 9. Anja Pärson (Sd) 1,21. 10. Elisabeth Görgl (Ö) 1,25. 11. Taina Barioz (Fr) 1,25. 12. Kathrin Zettel (Ö) 1,30. 13. Tanja Poutiainen (Fi) 1,34. 14. Anemone Marmottan (Fr) 1,80. 15. Veronika Zuzulova (Slk) 2,03. 16. Julia Mancuso (USA) 2,05. 17. Sara Hector (Sd) 2,13. 18. Lena Dürr (De) 2,15. 19. Anne-Sophie Barthet (Fr) 2,19. 20. Lara Gut (Sz) 2,29. Ferner: 29. Wendy Holdener (Sz) 5,26. 35. Denise Feierabend (Sz) 7,44. - Im 2. Lauf ausgeschieden: Maria Riesch (De).

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