So siegt Roger Federer gegen Rafael Nadal

Fünf Tipps von TV-Experte Heinz Günthardt für den Schweizer vor dem Wimbledon-Halbfinal gegen den grossen Rivalen.

Vier Augen für Roger Federer: Welche Taktik legt sich der Baselbieter mit seinen Coaches Ivan Ljubicic (l.) und Severin Lüthi wohl zurecht? (Bild: Getty)

Vier Augen für Roger Federer: Welche Taktik legt sich der Baselbieter mit seinen Coaches Ivan Ljubicic (l.) und Severin Lüthi wohl zurecht? (Bild: Getty)

Sie kennen sich in- und auswendig, immerhin haben sie schon 39-mal gegeneinander gespielt. Roger Federer wird Rafael Nadal am Freitag im Wimbledon-Halbfinal also kaum überraschen können. Entscheidend ist für den Baselbieter, dass er gegen den Mallorquiner eine klare taktische Marschroute verfolgt. Wie diese aussehen könnte oder sollte, verrät der frühere Tennisprofi und heutige Fed-Cup-Captain Heinz Günthardt.

1. Variabel aufschlagen

Roger Federer hat nicht einen solch wuchtigen Aufschlag wie andere, aber seine grosse Stärke ist die Variation beim Service. Die müsse er gegen Nadal ausspielen, so Günthardt. «Der kurze Aufschlag nach aussen auf der Deuce-Seite ist wichtig, und auch die Prozentzahl durch die Mitte muss stimmen.»

2. Die Rückhand früh spielen

Der Klassiker ist, dass Nadal mit seiner Vorhand die einhändige Rückhand Federers sucht. Das sei weniger problematisch auf Rasen, wo der Ball weniger hoch abspringe, sagt Günthardt. «Zudem haben die Bälle hier weniger Leben.» Aber er rät Federer, den Ball mit der Rückhand möglichst früh zu nehmen, um den Winkel zu verkürzen. Und so oft wie möglich Topspin zu spielen – wie am Australian-Open-Final 2017.

3. Keinen Rhythmus geben

Wenn Nadal Rhythmus bekommt, ist er nur noch schwer zu stoppen. Das heisst, dass Federer Nadal früh unter Druck setzen, aggressiv retournieren müsse, so Günthardt. «Wenn man Nadal den Rhythmus wegnimmt, macht er Fehler. Je weniger lange Ballwechsel, desto besser.»


Video: Die Highlights des Finals von 2008

Roger Federer verlor vor elf Jahren das letzte Duell in Wimbledon gegen Nadal: Fast fünf Stunden dauerte damals das Endspiel. (Video: Tamedia)


4. Stoppbälle spielen

Einen Ball hat man von Federer in Wimbledon noch kaum gesehen: den Stoppball. Günthardt rät ihm, diesen gegen Nadal ab und zu einzusetzen, um ihn aus der Balance zu bringen, aus der Komfortzone zu manövrieren.

5. Eine gute Länge haben

Haben andere auf Rasen Mühe, mit kurzen Bällen umzugehen, so ist das bei Nadal anders, wie Günthardt erläutert: Mit seiner Topspin-Vorhand kommt er gut unter den Ball und kann ihn rasant beschleunigen. Deshalb: Eine gute Länge in den Grundschlägen hilft.

Resultate und News zum Turnier in Wimbledon finden Sie im Liveticker.

sg

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt