Laaksonen: «Die Top 100 waren immer ein Traum»

Der Schweizer Tennis-Crack Henri Laaksonen reist viel und übernachtet oft bei Freunden oder Familie. Zimmer habe er keines in der Schweiz – nur sein Auto.

Henri Laaksonen ist kein Mann der Emotionen, aber er ist der beste Schweizer Spieler hinter den Stars Roger Fede­rer und Stan Wawrinka.<p class='credit'>(Bild: Keystone)</p>

Henri Laaksonen ist kein Mann der Emotionen, aber er ist der beste Schweizer Spieler hinter den Stars Roger Fede­rer und Stan Wawrinka.

(Bild: Keystone)

Seiner Körpersprache ist nicht zu entnehmen, dass Henri Laaksonen Protagonist eines Tenniskrimis ist. Der finnisch-schweizerische Doppelbürger wirkt selbst bei Hochspannung stoisch.

Nach 97 Minuten kommt er gegen den zwei­maligen Gstaad-Champion Thomaz Bellucci zu einem Matchball, den er freilich vergibt. Im dritten Satz gerät Laaksonen 2:5 in Rückstand. Doch der 25-Jährige gibt nicht auf, wendet das Blatt und steht 81 Minuten nach seinem ersten Matchball als 7:6, 6:7, 7:5-Sieger fest.

Das Publikum ist begeistert, der Gewinner ballt nur kurz die Faust. Von Euphorie ist nichts zu spüren. «Ich habe am Schluss sehr, sehr gut gespielt», sagt Laaksonen sachlich. Die Unterstützung des Publikums bedeute ihm viel. Wer genau hinschaut, erkennt den Ansatz eines Lächelns.

Der Rechtshänder ist kein Mann der Emotionen, aber er ist der beste Schweizer Spieler hinter den Stars Roger Fede­rer und Stan Wawrinka. Neuerdings gehört er zu den Top 100. Dies zu erreichen, sei immer sein Traum gewesen, berichtet er.

Henri Laaksonen ist ein Reisender in Sachen Tennis. Ein Journalist von «Le Matin» hat errechnet, dass die Nummer 95 der Welt 2017 mit dem Flugzeug schon 65'000 Kilometer zurückgelegt hat. Laaksonen ist ein Vielspieler, und er trifft gern früh am Turnierort ein.

Deshalb braucht er keine Bleibe; er übernachtet mal bei den Grosseltern, mal bei der Mutter, mal bei der Freundin und meistens in Hotels. «Ich habe kein Zimmer in der Schweiz. Ich habe nur mein Auto.» Vorerst zieht Laaksonen nicht weiter, sondern hält in Gstaad die Schweizer Fahne hoch. Er trifft am Mittwoch um 17 Uhr im TV-Spiel auf den Portugiesen João Sousa. Man darf gutes, spannendes Tennis erwarten, Emotionen eher nicht.

ar

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