Konfettiregen für den Träumer

Grigor Dimitrov hat seine Fortschritte an den ATP Finals bestätigt und mit einem 7:5, 4:6, 6:3-Sieg über David Goffin den Titel geholt. In der Weltrangliste stösst der 26-jährige Bulgare auf Position 3 vor.

Pokal in den Händen: Grigor Dimitrov feiert seinen grössten Erfolg.

Pokal in den Händen: Grigor Dimitrov feiert seinen grössten Erfolg.

(Bild: Keystone)

Adrian Ruch

Kurz vor 21 Uhr Ortszeit stand Grigor Dimitrov in der ausverkauften O2-Arena im Konfetti­regen. Der Bulgare beendete das Tennisjahr, wie er es vor elf Monaten begonnen hatte — mit einem Turniersieg. Nur ist der Triumph in London weit be­deutender als jener damals im australischen Brisbane. Die Nitto ATP Finals kommen in der Hierarchie direkt nach den vier Grand-Slam-Events.

Nach seiner Finalqualifikation hatte Dimitrov erzählt, er wünschte, er könnte einfach auf die «Replay»-Taste drücken. Die Aussage vermochte nicht zu erstaunen, hatte er in der Gruppenphase die Partie gegen David ­Goffin doch 6:0, 6:2 für sich entschieden. Der Wunsch ging nicht in Erfüllung, das Endspiel gegen den gleichen Widersacher ent­wickelte sich zu einem Abnützungskampf, der bis zuletzt spannend war.

Eher überraschend ­dominierte Goffin die Mehrzahl der Ballwechsel. Wie am Vortag gegen Roger Federer entschied sich der Belgier, eigentlich ein Konterspieler, sein Heil in der Offensive zu suchen. Fast wäre sein Plan aufgegangen, aber eben nur fast.

Nach zweieinhalb Stunden sank Dimitrov von den Glücks­gefühlen übermannt zu Boden – als 7:5, 4:6, 6:3-Gewinner. Das entscheidende Break war ihm im dritten Durchgang zum 4:2 gelungen. Etwas unschön war, dass Goffin in diesem Game beim Aufschlag zweimal durch einen Zwischenruf gestört wurde.

Am Ende dürfte es Dimitrov egal sein, musste er härter für den Sieg arbeiten als noch am ver­gangenen Mittwoch. Für ihn ist die Saison zu Ende, während ­Goffin ab Freitag mit Belgien noch den Davis-Cup-Final gegen Frankreich bestreitet.

Dimitrov hatte schon lange als kommender Star gegolten. 2017 ist es ihm erstmals gelungen, den Vorschusslorbeeren über weite Strecken gerecht zu werden. Dank vier Turniersiegen und weiteren guten Ergebnissen beendet er die Saison als Nummer 3 der Welt — hinter Rafael Nadal und Federer. Er könne den Menschen in seiner Heimat zeigen, dass der Himmel die Grenze sei, wenn man hart arbeite.

«Du kannst jeden Tag träumen. Ich bin ein Träumer.» Lange habe er seine Dämonen bekämpfen müssen, um die nötige Konstanz zu er­langen. «Nun denke ich, dass das Beste noch kommt.»

Berner Zeitung

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