Federers Hemmungen mit dem Sabr

Warum zelebrierte Roger Federer seinen Trickschlag zum Auftakt an den Swiss Indoors in Basel nur einmal? Die Gründe im Video.

«Die letzten Wochen waren sehr mager»: Roger Federer erklärt seine Situation mit dem Sabr.
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Fast eine Dreiviertelstunde mussten sich die Zuschauer auf dem Centre Court gedulden, ehe Roger Federer in seinem Startspiel an den Swiss Indoors gegen Michail Kukuschkin beim Return den riskanten Schritt nach vorne wagte. Es geschah beim Stand von 4:2 im zweiten Satz und einer Führung von 40:15, als der Schweizer beim zweiten Aufschlag des Kasachen erstmals in Basel den Sabr – den sogenannten Sneaky Attack by Roger – spielte.

«Ich weiss nicht, ob das Publikum diesen Schlag erwartete», sagte Federer nach dem 6:1 und 6:2. Für Kukuschkin kam der Halbvolley-Return jedenfalls so überraschend, dass er nur noch zu einem laschen Lobball fähig war, den Federer dann prompt mit einem Smash zum Break verwertete. «Ich hoffe, ich kann den Schlag in den nächsten Wochen öfter brauchen», sagte Federer. «Die letzten Wochen waren sehr mager, deshalb hatte ich auch nicht das nötige Selbstvertrauen.»

«Ein Wechsel im Kopf»

Obwohl Federer mit Kukuschkin (ATP 64) einen bescheidenen Gegner hatte, spielte der Maestro erst im zweiten Satz mit dem Gedanken, den am US Open oft zelebrierten Sabr wieder ins Leben zu rufen. «Ich habe es zuvor im Training nie probiert und in Shanghai auch nur einmal», so Federer, der in China in seinem ersten Spiel am spanischen Qualifikanten Albert Ramos (ATP 70) scheiterte und deshalb mit einigen Fragezeichen nach Basel reiste.

Trotz einer intensiven Vorbereitung fand Federer in Basel keine Gelegenheit, seinen berühmten Trickschlag auf der T-Linie einzuflechten. «Im Training ist es schwierig, das zu üben, weil ich meinem Partner ja auch einen Rhythmus geben will. Deshalb ist es nicht so ideal fürs Training», so Federer. «Wenn ich das trainieren will, müsste ich jemand haben, der dann nur serviert. Aber ich fühle mich eigentlich gut, das zu machen. Im Match braucht es einfach einen Wechsel im Kopf.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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