Federers Gala nach einem holprigen Start

Roger Federer gewinnt in der dritten Runde am US Open gegen einen zum Teil total überforderten Nick Kyrgios.

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Roger Federer steht am US Open in New York zum 17. Mal in der Runde der letzten 16. Der Weltnummer 2 schlug in der 3. Runde nach anfänglichen Schwierigkeiten den Australier Nick Kyrgios in 1:44 Stunden 6:4, 6:1, 7:5 und zog ohne Satzverlust in die Achtelfinals ein.

Am Ende blieb auch Nick Kyrgios nur das Staunen. «Das war einer der grossartigsten Schläge im Tennis überhaupt», sagte der 23-Jährige aus Canberra bei einem Seitenwechsel Mitte des dritten Satzes. Kurz zuvor hatte der 37-jährige Baselbieter einen Stoppball des Australiers erlaufen und aus einem fast unmöglichen Winkel noch am Netz vorbei ins Feld gespielt. Wenig später war die Partie vorbei. Nach 1:44 Stunden verwertete Federer mit dem 16. Ass seinen ersten Matchball, nachdem er zuvor zum 6:5 sein viertes Break geschafft hatte.

Misslungener Start von Federer

Zu Beginn der mit Spannung erwarteten Partie - 8 der 9 zuvor gespielten Sätze der beiden endeten im Tiebreak - hatte nichts auf einen schnellen und problemlosen Sieg Federers hingedeutet. Der Schweizer war miserabel in die Partie gestartet, nachdem er bereits in den ersten beiden Spielen in New York nicht restlos überzeugt hatte. Von den satten Aufschlägen von bis zu 220 km/h von Kyrgios brachte er kaum einen zurück. Und war der Ball einmal im Spiel, unterliefen dem Baselbieter enorm viele einfache Fehler. «Es war schwierig zu Beginn, in den Rhythmus zu finden», sagte Federer.

Zum Wendepunkt entwickelte sich das siebte Game des ersten Satzes, das knapp zehn Minuten dauerte. Federer kam dank vier abgewehrten Breakbällen um ein Break herum. Aus seiner Sicht war sein einziges umkämpftes Aufschlagspiel des Nachmittags wegweisend für den Ausgang der Partie. «Das Glück war auf meiner Seite», so der Baselbieter, der danach aufdrehte. Zehn Minuten später schaffte er mit einem perfekten Return das erste Break und damit gleich den Satzgewinn.

Die 1:0-Satzführung löste den Knoten in Federers Spiel endgültig. Es folgte eine stündige Gala des Schweizers. «Ich habe es genossen.» Und die Zuschauer im fast vollen Arthur-Ashe-Stadion taten es dem 20-fachen Grand-Slam-Champion gleich. Nach zuletzt durchzogenen Leistungen bot Federer seit langem wieder einmal eine eindrucksvolle Vorstellung.

Erneut gegen einen Australier

In den Achtelfinals trifft er nun am Montag mit dem ungesetzten John Millman erneut auf einen Australier. Die Nummer 55 der Weltrangliste setzte sich gegen Michail Kukuschkin aus Kasachstan in vier Sätzen durch und qualifizierte sich erstmals für einen Achtelfinal an einem Major-Turnier.

«Federer ist mein Held», sagte der 29-jährige Millman, der einst beim TC Zug Interclub spielte. Das bislang einzige Duell gegen Millman entschied Federer 2015 in Brisbane in drei Sätzen für sich. Vor Wimbledon hatten die beiden zuletzt zusammen trainiert. «Er ist ein harter Arbeiter», sagte Federer, der gegen den Australier seinen 62. Achtelfinal an einem Major-Turnier bestreiten wird.

sda

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