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«Federer soll zweimal überlegen, bevor er sich beklagt»

Sollen Frauen auf der Tennistour gleich viel verdienen wie die Männer? Das Schweigen von Roger Federer zur Preisgeldfrage ruft Kritiker auf den Plan. Allen voran Billie Jean King, die sich als Fan von Federers Mutter entpuppt.

Dass die Frauen an den Grand-Slam-Turnieren mittlerweile gleich viel verdienen, sorgt bei einigen Männern auf der ATP-Tour für Unverständnis: So haben sich beispielsweise der Franzose Gilles Simon oder auch der Serbe Janko Tipsarevic gegen die Gleichberechtigung gewehrt. Hauptargument: Die Frauen spielen nur zwei Gewinnsätze, leisten also weniger. Die WTA kämpft seit Monaten dafür, dass die Prämien auch bei kleineren Turnieren dem Level der Männer angepasst werden – ohne sich dem Best-of-five-Modus anzupassen. «Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich daran denke, dass Frauen über fünf Sätze gehen müssten», sagt die US-Tennis-Queen Billie Jean King gegenüber «USA Today».

Die zwölffache Grand-Slam-Siegerin findet es körperlich nicht zumutbar und schon gar nicht attraktiv, so lange zu spielen, auch nicht bei den Männern. «Niemand sollte best of five spielen. Das Tennis von heute ist viel physischer und die langen Spiele verkürzen die Karrieren der Profis.» Für Billie Jean King bringen die Frauen im Verhältnis zum körperlichen Potenzial die gleiche Leistung wie die Männer. Im Kampf um Gleichberechtigung sucht die bekennende Lesbe nach einer starken Stimme, der von Roger Federer. Obwohl Federer als Nummer 1 der Welt und Präsident des ATP-Spielerausschusses zu einer Stellungnahme verpflichtet wäre, gab sich der Baselbieter zum Thema Preisgeld bisher gewohnt schweizerisch zurückhaltend.

Federer-Mutter ist fantastisch

Dass sich Roger Federer der Diskussion entzieht, geht King nicht in den Kopf. Er sei doch mit der Ex-WTA-Spielerin Mirka Vavrinec verheiratet und habe zwei kleine Zwillingstöchter, so King. Und sie vermutet, dass Federer persönlich nichts gegen einen gleichen Verdienst habe. «Das Gefühl habe ich, da ich seine Mutter kenne – die eine fantastische Mutter ist.» Auf Mutter Federer ruhten auch die Hoffnungen, dass Federer die Gleichstellung entscheidend vorantreibt. «Lynette Federer ist als menschliches Wesen einfach unglaublich. Sie hat viel dazu beigetragen, das Denken von Rogers Leben zu formen. Er steht ihr sehr nahe.»

Bei aller Liebe zur Mutter Federer begleiten Billie Jean King auch Zweifel, ob Roger Federer vielleicht eine chauvinistische Ader hat und die Gleichstellung bei den Prämien letzten Endes doch anzweifelt. «Ich denke einfach nur, wenn man der Vater von Töchtern ist, sollte man zweimal überlegen, bevor man sich beklagt.»

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