Federer muss in China den Laver-Cup verteidigen

Vor dem heutigen Startspiel in Shanghai gab es kritische Fragen für den Vorjahressieger.

Federer als Hoola-Hoop-Tänzer in Shanghai, wo er heute ins 10. Einzelturnier 2018 startet. Foto: Getty Images

Federer als Hoola-Hoop-Tänzer in Shanghai, wo er heute ins 10. Einzelturnier 2018 startet. Foto: Getty Images

René Stauffer@staffsky

Im chinesischen Tennistempel Qi-Zhong von Shanghai, dessen schliessbares Dach die Form einer Magnolien-Blüte hat, errang Roger Federer schon grosse Siege. 2006 und 2007 ­gewann er hier das Saison­finale, beim 2009 entstandenen Masters-1000-Turnier stand er auch schon dreimal im Endspiel und gewann zwei davon (2014, 2017). Diese Erfolge schützen ­Federer aber nicht vor unangenehmen Fragen.

Zum Beispiel zum Thema ­Laver-Cup: So erfolgreich das vom ihm initiierte Turnier sei, so habe es doch dazu geführt, dass Spieler wie Frances Tiafoe oder Kevin Anderson sich dafür vom Turnier in Chengdu abgemeldet hätten und Novak Djokovic nicht in Peking angetreten sei, erklärte ihm ein Journalist. Er fragte ihn, welchen Einfluss der Schau-Event, der im September in Chicago stattfand, auf die asiatischen Turniere habe.

Die Handtuch-Frage

Jeder habe selber zu entscheiden, was er wolle und was nicht, wich Federer aus. «Jeder muss wissen, wie viel er erträgt und wo er seine Prioritäten setzt.» Ihm selber gefalle es aber auch nicht, wenn Spieler Turniere absagten.

Ausgiebig Stellung nehmen musste der Titelverteidiger dann auch zu einem Intermezzo am Shenzhen Open, das in China viel zu reden gab. Dort hatte Fernando Verdasco einen Balljungen gemassregelt, weil dieser ihm nicht gleich sein Handtuch gebracht hatte zwischen zwei Ballwechseln. Ob er, Federer, bereit wäre, einen Handtuchhalter zu benutzen, um die Ballkinder zu ent­lasten? Immerhin seien diese ­Tücher oft nicht sehr hygienisch. Es gehe hier vor allem ­darum, Zeit zu sparen, erklärte ­Federer in ­seiner langen Antwort. Aber klar, auch Ballkinder müssten respektiert werden. «Vor einigen Jahren sagte man uns zudem, wir dürften nicht in diese Tücher schneuzen.»

Frisch und erwartungsvoll

Schliesslich musste er auch noch eine fragwürdige Leistung von Nick Kyrgios kommentieren, der beim Aus gegen Bradley Klahn in Shanghai ziemlich unmotiviert spielte. Er habe die Partie nicht gesehen, wich Federer auch hier aus, «aber wie alle Spieler muss auch er sich noch entwickeln».

Ab heute steht wieder sein eigenes Tennis im Mittelpunkt. Im zweiten Abendspiel (ca 13.30 MEZ) trifft er auf den Russen ­Daniil Medwedew (ATP 22). «Ich werde ihn sicher nicht unterschätzen», so Federer. Er möge diesen letzten Teil der Saison, «er war meistens gut mit mir, und ich hoffe, dass ich an frühere Erfolge anknüpfen kann».

Im Gegensatz zu vielen anderen wirkt er immer noch frisch; er hat neben dem Hopman- und dem Laver-Cup auch erst neun Turniere bestritten. «Es war ein grossartiges Jahr, mit dem Sieg am Australian Open und der Rückkehr auf Rang 1.» Und das Wichtigste: «Seit über einem Jahr bin ich verletzungsfrei.»

Redaktion Tamedia

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