Zum Hauptinhalt springen

Federer hat genug von der Tennispolitik

Nach dem mühevollen Start in Wimbledon reagierte er ungewohnt aggressiv auf bestimmte Fragen.

Nicht in der Stimmung, über Politik zu reden: Roger Federer möchte sich in Wimbledon nicht mehr zur Tennispolitik – konkret zu dem ATP-Spielerrat – äussern und antwortete auf Fragen auffallend scharf.
Nicht in der Stimmung, über Politik zu reden: Roger Federer möchte sich in Wimbledon nicht mehr zur Tennispolitik – konkret zu dem ATP-Spielerrat – äussern und antwortete auf Fragen auffallend scharf.
Peter Klaunzer, Keystone
Chaos um Novak Djokovic. Gleich vier Spieler verlassen den ATP-Spielerrat, den der Serbe präsidiert. Der Holländer Robin Haase sagt, der Spielerrat habe nicht das richtige Niveau, um das Tennis weiterzubringen.
Chaos um Novak Djokovic. Gleich vier Spieler verlassen den ATP-Spielerrat, den der Serbe präsidiert. Der Holländer Robin Haase sagt, der Spielerrat habe nicht das richtige Niveau, um das Tennis weiterzubringen.
Michel Euler, Keystone
Djokovic gab an der Pressekonferenz dann zu, dass er die aktuelle Struktur nicht gut findet. Turniere und Spieler würden oft gegensätzliche Interessen vertreten. Der Serbe war nicht sehr erfreut über seine Rolle bei der Pressekonferenz.
Djokovic gab an der Pressekonferenz dann zu, dass er die aktuelle Struktur nicht gut findet. Turniere und Spieler würden oft gegensätzliche Interessen vertreten. Der Serbe war nicht sehr erfreut über seine Rolle bei der Pressekonferenz.
Mast Irham, Keystone
1 / 6

Auffallend scharf antwortete Roger Federer an der Medienkonferenz nach seinem Viersatz-Startsieg gegen den Südafrikaner Lloyd Harris (ATP 86) einem britischen Journalisten. Dieser pflegt ihm immer wieder Fragen zur Tennispolitik und den Unruhen um das Player Council mit Präsident Novak Djokovic zu stellen. «Ich bin, ehrlich gesagt, nicht in der Stimmung, jetzt über Politisches zu sprechen», sagte Federer. «Das ist der zweite Tag von Wimbledon, und das war deine letzte Frage über die Politik heute.»

Der Journalist des britischen «Telegraph» hatte ihn zuerst zu den vier Rücktritten im Player Council befragt. Einer von ihnen ist der Holländer Robin Haase, mit dem Federer gut befreundet ist. «Er wollte schon in Indian Wells austreten, aber ich überredete ihn zum Weitermachen», sagte der 102-fache Turniersieger. Ihm missfällt, dass das Image des Tennis unter den Negativschlagzeilen um diese Story leidet: «Der Tour geht es nicht schlecht. Wir haben Rekordzahlen in Bezug auf Preisgelder und Zuschauer. Die Dinge laufen gut. Einzig auf der politischen Seite haben wir etwas Mühe, die Dinge zu lösen.»

«Lasst die Tränen in der Garderobe»

Eher harte Worte fand Federer auch für die anhaltenden Schwierigkeiten der jüngeren Spitzenspieler, konstante Leistungen zu bringen. «Es ist überraschend, dass Zverev, Tsitsipas und Thiem alle im Startspiel verloren haben, egal, gegen wen. Das sind einfach zu viele. Aber die erste Woche in Wimbledon testet eben deine Fähigkeiten und auch deine Nerven.»

Zum Inhalt

Federer war auch nicht entgangen, dass die erwähnten Spieler sich gegenüber den Medien sehr emotional zeigten, den Tränen nahe waren. «Ich war ja selber Mister Emotionell, deshalb verstehe ich das. Ich weinte ständig nach Niederlagen in meinen Juniorenjahren.» Spielern, die an Niederlagen so schwer tragen, würde er inzwischen raten, sich vor den Interviews mehr Zeit zu gönnen, sagte er: «Nimm dir zwei Stunden oder vier, egal. Nimm eine lange Dusche und lass all die Tränen in der Garderobe.» Es sei unangenehm zu erleben, wie hart Niederlagen einige Spieler treffen könnten.

Der nächste Gegner gibt sich locker

Federer spielt am Donnerstag gegen einen anderen ihm unbekannten Spieler, den Briten Jay Clarke. Der Wildcard-Empfänger (ATP 169) aus dem englischen Derby wird Ende Monat erst 21. Aber er gibt sich unbeeindruckt vor seinem bisher grössten Auftritt. «Das wird ein guter Match», sagte er. «Ich habe Federer verfolgt, während ich aufwuchs, weshalb es für mich keine Überraschungen geben wird.» Der Schweizer habe in seinem Geburtsjahr (1998) in Wimbledon das Juniorenturnier gewonnen.

«Ich schaute immer zu ihm hoch und versuchte, vieles zu kopieren von dem, was er machte.» Allerdings habe er damit irgendwann aufgehört: «Es war einfach zu schwierig.» Er wolle versuchen, noch einige Tipps von Andy Murray zu bekommen, verriet er. Schaden könnten ihm diese gewiss nicht.

Resultate und News zum Turnier in Wimbledon finden Sie im Liveticker.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch