Federer erteilt Wawrinka eine Lektion – und spendet Trost

Beim 22. Federer-Sieg im 25. Duell ist der Lausanner in Indian Wells nur ein besserer Statist.

Spektakuläre Ballwechsel: So bezwang Roger Federer seinen Freund Stan Wawrinka. Video: SRF
René Stauffer@staffsky

Nicht einmal eine Stunde war vorbei, da kam es bereits zum Shakehands. Am Tag, an dem mit Novak Djokovic (gegen Philipp Kohlschreiber) und Naomi Osaka (gegen Belinda Bencic) die Nummern 1 in Indian Wells beide ausschieden, spielte Roger Federer im Schweizer Duell gegen Stan Wawrinka unwiderstehlich. Er zog mit einem 6:3, 6:4, bei dem er keinen Breakball abwehren musste, in die Achtelfinals ein. Dort trifft er heute Abend (ab etwa 23 Uhr MEZ) erstmals auf den Briten Kyle Edmund, die Nummer 23.

«Ich war etwas zögerlich und bewegte mich nicht gut. Dazu schenkte ich ihm das erste Break, und dafür zahlte ich teuer. Denn von da an zog er weg und spielte super», sagte Wawrinka nach der 22. Niederlage im 25. Duell. Damit ist seine Bilanz gegen Federer nun schlechter als die von Andy Roddick, der mit einer 3:21-Bilanz abtrat. Wawrinka nahm die Niederlage aber gelassen: «Federer ist der beste Spieler aller Zeiten und für mich der unangenehmste, weil er so sehr variiert, schnell spielt, dir keinen Rhythmus gibt und immer wieder mit etwas Neuem kommt.»

Mildernde Umstände für den Verlierer

Der fünffache Indian-Wells-Sieger war entsprechend zufrieden. «Ich fühlte mich von Anfang an gut, meine Taktik ging voll auf», so Federer. Wawrinka fehle einzig noch etwas mehr Matchpraxis, um wieder an alte Erfolge anschliessen zu können, spekulierte er. Wichtig werde für den Waadtländer sein, seine Ranglistenposition weiter zu verbessern, um zu verhindern, schon in frühen Runden auf die Allerbesten zu treffen. Federer war auffallend bemüht, tröstende Worte zu finden für seinen Davis-Cup-Kollegen und Goldpartner von Peking 2008.


Bilder: Federer im Eiltempo in den Achtelfinal

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«Stan hatte ja auch einen brutalen Match gegen Fucsovics, der sicher Spuren hinterliess», gab Federer zu bedenken. «Es braucht sehr wenig, dass er wieder den Durchbruch schaffen wird.» Und so klar, wie seine 18:0-Bilanz abseits von Sandplätzen es ausdrücke, fühle er sich Wawrinka auch auf diesen Belägen (Hartplatz und Rasen) nicht überlegen. «Es gab viele Matches, in denen er mich hätte schlagen können, aber irgendwie kam ich immer durch.»

Er freue sich, nun erstmals gegen Edmund zu treffen, sagte der 100-fache Turniersieger. «Ich lernte ihn beim Laver-Cup in Chicago etwas besser kennen. Er ist ein grossartiger und netter Kerl, trainiert hart und ist sehr ausgeglichen. Seine Backhand ist ähnlich wie die von Andy Murray, und auch die Vorhand schlägt er gut.» Es sei nur eine Frage der Zeit, bis der Brite in den Top 20 auftauche.

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