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«Es fehlen die Sandplatzspezialisten»

Die frühere Nummer 1 Thomas Muster kritisiert die verlangsamten Bedingungen im Tennis.

Sein Haupthaar ist ein wenig dünner geworden, sein Bart dagegen dichter. Unverkennbar ist seine Art zu reden. Thomas Muster, mittlerweile 48 Jahre alt, hat sich vor rund 15 Jahren vom Profizirkus verabschiedet, das Tennis aber ist seine Passion geblieben, eine Leidenschaft, die für ihn als Zuschauer neuerdings so einiges an Leiden schafft. Als ehemaliger Sandkönig und Sieger der French Open 1996 fehlt ihm heute eine Figur, die den Thomas Muster der Neuzeit verkörpert. «Es gibt keine Sandplatzspezialisten mehr», behauptet der Österreicher an einer Pressekonferenz der Champions Tennis League in Mumbai. «Die echten Experten fehlen, es ist jetzt alles viel offener.»

Muster bemängelt die schleichende Generalisierung im Tennis und kritisiert dabei vor allem die zunehmende Verlangsamung der Beläge und Bälle. «Es gab damals keine Möglichkeit für einen Spieler wie mich, auf Rasen gegen einen Spieler wie Goran Ivanisevic zu gewinnen – mit seinem tollen Service, der immer gefährlich war. Jetzt gibt es weit mehr Zeit, um Punkte zu sammeln. Man kann so viele Turniere spielen und bekommt so seine Punkte zusammen», sagt Muster, der seine Spiele oft über den Kampf und weniger über die spielerische Klasse definierte.

Musters Plädoyer für den Sand

Der Österreicher ist bis heute der einzige Spieler, der selbst als Nummer 1 keine einzige Partie in Wimbledon gewinnen konnte. Auf Sand aber, war zeitweise unschlagbar. «Ich bin auf dem Sand aufgewachsen. Ich habe gelernt, auf dieser Oberfläche zu spielen. Dazu braucht es viel, aber der Schlüssel ist, nur wenige Fehler zu machen und bis zum allerletzten Punkt zu kämpfen. Oftmals habe ich Leute sagen gehört, dass der Sand ausschliesslich für jene aus der zweiten Reihe ist. Aber ich glaube, dass man, um auf Sand zu spielen, zuerst mal gut trainiert und in ausgezeichneter körperlicher Verfassung sein muss, und auch gerade schlagen können muss, ebenso auf der Rückhand.»

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