Dieser Sport-BH sorgt für Kontroverse

Alizé Cornet zog ihr Shirt falsch herum an und korrigierte dies umgehend. Das reichte dem Referee für eine Strafe, die für Diskussionen sorgte.

Neun Sekunden im Sport-BH reichen: Alizé Cornet wird für das Richten ihres Oberteils wegen unsportlichen Verhaltens verwarnt. Video: Eurosport

In der Erstrundenpartie des US Open zwischen der Französin Alizé Cornet und der Schwedin Johanna Larsson sind die ersten beiden Sätze gespielt. Es steht 1:1 nach Sätzen. Aufgrund der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit in New York wird den Spielerinnen eine zehnminütige Pause zugestanden. Beide Spielerinnen verlassen den Platz und gehen in die Katakomben.

Zurück auf dem Platz bemerkt Cornet, dass sie ihr Oberteil verkehrt herum angezogen hat und behebt den Fehler. Sie zieht ihr Shirt aus, dreht es um und zieht es wieder an. Für ganze neun Sekunden war der schwarze Sport-BH der Französin zu sehen.

Das reicht gemäss dem Reglement des amerikanischen Tennisverbands (USTA) für eine Bestrafung Cornets. So verwarnte Schiedsrichter Christian Rask aus Dänemark die Spielerin umgehend wegen unsportlichen Verhaltens. Sehr zum Unverständnis der Weltnummer 31 – und auch vieler anderer.

Judy Murray, die Mutter von Andy Murray, versteht die Welt nicht mehr. Auf Twitter moniert sie die Verwarnung und spricht auch an, dass die Männer ihre Oberteile ja auch auf dem Platz wechseln dürften. Andere Nutzer werfen dem Tennisverband gar Sexismus vor.

Auch die zwölffache Grand-Slam-Siegerin Billie Jean King meldete sich in den sozialen Netzwerken. Sie twitterte zum Fall: «Die Regel ist veraltet und unpraktisch.» Die Regel? Das USTA-Regelwerk, das an den US Open gilt, besagt, dass Tennisspielerinnen nur an einem «privaten Ort» die Kleider wechseln dürfen. In den Bestimmungen der WTA, der Dachorganisation der Spielerinnen, stehen jedoch keine Regeln für den Kleiderwechsel während des Spiels. Und so kritisiert auch die WTA den Entscheid des Referees in einem Statement.

Wie im Tweet der WTA zu lesen ist, hat nun auch die USTA ihr Regelwerk angepasst und erlaubt den Akteurinnen den T-Shirt-Wechsel auf dem Feld. Dies muss jedoch auf der Spielerbank stattfinden. So besagt es auch die Regel der Männer. Falls eine Spielerin dies nicht möchte, kann sie sich auch in der Kabine umziehen. Dafür müsse sie aber keine Toilettenpause beziehen, betont der Verband.

Zwischen Cornets Verwarnung am Dienstag und der Regeländerung der USTA am Mittwoch lagen nicht einmal 24 Stunden. Daran kann sich so manch andere Sportart ein Beispiel nehmen.

tzi

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