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«Diese Niederlage motiviert mich zusätzlich»

Enttäuscht, aber wie immer gefasst stellte sich Roger Federer nach der Niederlage gegen Novak Djokovic den Medien. Er sprach über den Match, das Grand-Slam-Jahr, seine Ziele und den Davis Cup.

Abgang mit erhobenem Kopf: Roger Federer.
Abgang mit erhobenem Kopf: Roger Federer.
Keystone

Der fünfte Satz brachte grossartiges Tennis. Sie hatten zwei Matchbälle und verloren dennoch. Wie enttäuscht sind Sie? Es ist nie lustig, nach Matchbällen noch zu verlieren. Es fehlte nur wenig, vielleicht ein Rahmenball von ihm oder ein guter Punkt von mir. Er hat bei den Matchbällen aber sehr gut gespielt, ich kann mir da nicht viel vorwerfen. Wenigstens war es nicht ein Final, so kann ich die Niederlage etwas schneller abhaken. Das ist aber das einzig Positive.

Ganz New York hat auf den Final Federer gegen Nadal gewartet. Macht dies deshalb die Niederlage besonders bitter? Nein, mir wäre es wichtiger gewesen, den Final zu erreichen als gegen Rafa zu spielen. Aber natürlich hätte ich sehr gerne gegen ihn gespielt. Hier ist das ja noch nie passiert. In den letzten sechs Jahren hatte ich es jeweils geschafft, er aber leider nie. Natürlich ist es nun enttäuschend, dass ich es um einen Punkt verpasst habe.

Die Sätze 2 und 4 haben Sie etwas gar schnell verloren. War dies entscheidend? Das kann sein. Es war sicher nicht gut, dass ich in einem solch wichtigen Match Höhen und Tiefen hatte. Im zweiten Satz stand es 1:1, 40:15 und das Momentum war komplett auf meiner Seite. Ich machte dann einen Doppelfehler, wollte weiter aggressiv spielen und ihm nicht zu viel Rhythmus geben. Plötzlich schaffte er das Break und hat dann befreiter aufgespielt. Natürlich habe ich am Schluss auch zu viele Vorhandfehler gemacht.

Wie hart ist diese Niederlage? Hart, aber sie wird mir nur noch mehr Motivation geben, um hart zu trainieren und wieder Grand-Slam-Finals zu erreichen, nachdem ich dies nun dreimal nicht geschafft habe. Ich denke, ich spiele gut und hätte es verdient gehabt, im Final zu stehen. Aber im Tennis gibt es keine Unentschieden und einer muss gewinnen. Ich werde nun aber nicht ultrahart mit mir ins Gericht gehen und nicht negativ werden.

Sie haben den zweiten Halbfinal bestritten, was am Super Saturday ein Nachteil ist. Hatten Sie gefragt, ob sie zuerst spielen können und können Sie als Präsident des Players Council zusammen mit Nadal und Co. nichts gegen diese unsägliche Programmierung ausrichten? Ich wollte schon den ersten, aber das Fernsehen wollte uns im zweiten Match. Und sie bestimmen ja. Ich will nun nicht reklamieren, finde es aber nicht ideal. Wenn jemand den zweiten bestreitet, ist es schon schwieriger. Er kann dann todmüde sein und sich ja auch leicht verletzen und dann gibt es einen schlechten Final. Ich glaube aber nicht, dass sich daran bald etwas ändert, kaum, solange ich noch spiele...

Ihr Grand-Slam-Jahr war nicht so gut wie andere Jahre. Wie fällt ihre Bilanz aus? Schlecht war es aber auch nicht! Mit meiner Leistung in Australien war ich sehr zufrieden, in Paris war es hart bei den langsamen Bedingungen gegen Robin Söderling. In Wimbledon war ich schon froh, dass ich überhaupt so weit gekommen bin und hier habe ich gut gespielt wie nun auch schon den ganzen Sommer.

Welche Ziele bleiben Ihnen dieses Jahr noch? Oh, noch viele. Ich spiele im Gegensatz zum letzten Jahr wieder in Asien, danach folgt die Hallensaison mit vielen weiteren Höhepunkten wie Stockholm, Basel und dem ATP World Tour Final in London. Ich freue mich sehr.

Haben Sie schon entschieden, ob Sie für den Davis Cup nach Kasachstan reisen? Nein, noch nicht. Ich versuche nun, mich so schnell wie möglich zu erholen und werde dann Severin Lüthi anrufen und ihm meinen Entscheid mitteilen.»

si

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