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«Die Wimbledon-Besucher verdienen einen Pluspunkt»

Was unterscheidet die vier Grand-Slam-Turniere? Was zeichnet sie aus Sicht eines Spielers aus? Der 34-jährige Luxemburger Gilles Muller (ATP 27) gibt sein persönliches Urteil ab.

Giles Muller (34) gibt sein Urteil über die vier Grand-Slam-Turniere ab.
Giles Muller (34) gibt sein Urteil über die vier Grand-Slam-Turniere ab.
Keystone

Laut Gilles Muller ist der Übername «Happy Slam» für das Australian Open gerechtfertigt. «Ich verbinde es mit Sonne und lachenden Menschen.» Er als Luxemburger erlebe im Januar daheim jeweils Minusgrade und einen grauen Himmel, «da ist es schön, in den australischen ­Sommer zu reisen».

Positiv aufgefallen sind ihm neben den fanatischen, begeisterungsfähigen Zuschauern die Trainingsmöglichkeiten. «In Melbourne sind sie am besten, im neuen Trainingszentrum hat es viele Plätze, die schnell erreichbar sind.»

Das French Open hat es der Weltnummer 27 am wenigsten angetan. «In Paris ist der Stress am grössten, weil die Anlage klein und daher alles sehr eng ist. Es gibt kaum einen Platz, wo man etwas abschalten kann», erzählt Muller. Der Linkshänder gibt zu, dass seine Abneigung auch damit zusammenhängt, dass Sandplätze seiner offensiven Spielanlage nicht entgegenkommen.

«Paris ist nahe von daheim und eine super Stadt. Ich spreche Französisch, eigentlich fühle ich mich hier wohl. Aber wegen meiner Resultate gefällt mir das French Open am schlechtesten. Ich habe hier zu wenige positive Emotionen erlebt.»

Paris: Dem Court Philippe Chatrier fehlt noch ein mobiles Dach. In drei Jahren wird das anders sein.
Paris: Dem Court Philippe Chatrier fehlt noch ein mobiles Dach. In drei Jahren wird das anders sein.
Getty Images
New York: Das Arthur Ashe Stadium ist die weltgrösste Tennisarena.
New York: Das Arthur Ashe Stadium ist die weltgrösste Tennisarena.
Keystone
Melbourne: Spektakuläre Night-Session in der Rod Laver Arena.
Melbourne: Spektakuläre Night-Session in der Rod Laver Arena.
Getty Images
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Wimbledon sei schlicht «das Mekka des Tennissports». Dem Routinier gefallen das spezielle Flair und die Pflege der Tradition. «Wimbledon ist grösser als alles andere. Als Serena Williams und Roger Federer mit farbigen Sohlen spielen wollten, wurde das nicht erlaubt.

Da wurde keine Ausnahme gemacht, und das finde ich gut. Anderswo hätten sie sich das kaum getraut.» Die Atmosphäre sei an allen Grand-Slam-Turnieren hervorragend, schwärmt der 34-Jährige, «aber die Wimbledon-Besucher verdienen einen Pluspunkt, weil viele von ihnen vor der Anlage zelten, um ein Ticket zu ergattern. Sie sind im positiven Sinn verrückt.»

Überraschend ist, dass Muller The Championships bezüglich des Essens zur Nummer 1 erklärt, «obwohl England nicht gerade für eine gute Küche bekannt ist». Man könne sich mittlerweile überall gut verpflegen, «doch in Wimbledon ist das Essen am besten – es ist gesund und vielfältig».

Der Lieblingstennisplatz des Luxemburgers ist der Centre-Court von Wimbledon. «Er hat einfach das gewisse Etwas. Bis vor kurzem war es mein Traum gewesen, einmal dort zu spielen. Vor zwei Jahren durfte ich dann auf dem heiligen Rasen gegen Federer antreten – leider machte er kurzen Prozess mit mir.»

Das US Open bezeichnet Muller als Lieblingsturnier. «Mit New York verbinde ich viele schöne Momente. Dort holte ich bei den Junioren den Titel, und 2008 erreichte ich als Qualifikant den Viertelfinal.» Begeistert ist er auch von Manhattan, auch wenn er nicht dort leben könnte. «Die Energie der Stadt und die Wolkenkratzer finde ich immer wieder eindrücklich.»

Gefallen hat er auch an der weiträumigen Anlage in Flushing Medows gefunden. Und der Gewinner des ATP-Turniers von Sydney spielt gern vor dem New Yorker Publikum. «Die meisten Leute unterstützen nicht fanatisch einen Spieler; sie wollen in erster Linie eine gute Show sehen.»

Weitere spannende Hintergrundinfos zu den vier grossen Tennisturnieren können Sie hier nachlesen.

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