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«Das war der perfekte Match»

Was Stan Wawrinka in Rom über den Sieg gegen Rafael Nadal sagt und wie er heute Abend in den Halbfinal gegen Roger Federer gehen will.

«Nadal ist auch auf der Suche nach seinem Vertrauen»: Wawrinka zu seinem erste Sieg auf Sand gegen Nadal.
«Nadal ist auch auf der Suche nach seinem Vertrauen»: Wawrinka zu seinem erste Sieg auf Sand gegen Nadal.
Keystone

Sie müssen sehr stolz sein auf diesen Sieg und Ihr Niveau gegen Nadal.

Natürlich, es ist unglaublich und erstaunlich, Nadal erstmals auf Sand zu schlagen. Es war ein sehr guter und solider Match von mir, auch wenn ich einige Hochs und Tiefs hatte. Ich fand die richtigen Lösungen, servierte gut, war aggressiv, wenn es sein musste und geduldig, wenn es nötig war. Und ich servierte und retournierte sehr gut.

Wann spielten Sie letztmals so gut auf Sand?

Wahrscheinlich im Davis-Cup-Final in Lille im November.

Wie konnten Sie sich in so kurzer Zeit so stark steigern?

So schnell ging das nicht. Seit Monte Carlo arbeite ich hart und konsequent, ich habe im Training auch wieder mein Topniveau gefunden. In Madrid spielte ich schon besser, gegen Dimitrov fand ich auch die richtige Einstellung wieder, obwohl ich jene Partie verlor. Auch hier konnte ich mich steigern, von Spiel zu Spiel. Und nun bewies ich, dass ich mein Tennis nicht verloren habe.

Was dachten Sie, als Sie im Tiebreak 2:6 zurückfielen, bevor Sie es 9:7 gewannen?

Insgesamt war es ein guter Satz, aber gegen Nadal darf man nicht zögern. Und das passierte mir zu Beginn des Tiebreaks, ich war etwas zögerlich, und deshalb fiel ich 2:6 zurück. Ich regte mich dann etwas auf, zerstörte ein Racket, und dann wurde ich lockerer, auch in den Beinen. Danach spielte ich die Punkte so, wie ich sie spielen musste. Offensiv, mit Zug zum Netz.

Was bringt Ihnen dieser Sieg?

Seit Wochen strebte ich einen solchen Erfolg an. Denn meinen letzten Sieg über einen Top-10-Spieler hatte ich im Final von Rotterdam gegen Berdych geholt, und das ist schon drei Monate her. Ich brauchte diesen Sieg für mein Vertrauen, um wieder entspannter zu werden. Von dem her war das für mich der perfekte Match.

Wie stufen Sie Nadals Leistung ein?

Er verpasste schon einige Schläge und schenkte mir einige Punkte, die er im Normalfall nicht verliert. Vor allem, nachdem er den ersten Satz abgegeben hatte. Man merkte, dass er auch auf der Suche nach seinem Vertrauen ist. Aber für mich bleibt er auf Sand an jedem Turnier der Favorit, vielleicht zusammen mit Novak Djokovic. Auch in Paris.

Im TV-Interview sagten Sie, Sie freuten sich auf den Halbfinal gegen Federer.

Es ist aufregend und schön, dass wir gegeneinander spielen können, vor allem in einem Halbfinal. Es ist für mich aber nie leicht gegen ihn, sein Spiel liegt mir nicht sonderlich. Und er spielt gut auf diesem schnellen, rutschigen Sand. Er variiert viel, serviert gut. Es wird hart, und ich muss auf meinem Toplevel sein, um eine Siegeschance zu haben. Ich muss im Kopf entspannt sein und die Bälle so früh wie möglich nehmen.

Nadal sagte, die Bälle seien langsam gewesen und der Platz feucht. Sind diese Bedingungen gut für Sie gegen Federer?

Federer ist nicht Nadal. Gegen Rafa ist es besser, wenn die Bedingungen langsamer sind, weil der Ball dann nicht so hoch abspringt. Aber für mich ist es hier immer noch relativ schnell, auch am Abend. Zudem ist es rutschig, und man kann sich nicht sehr gut bewegen. Und wir alle wissen, wie gut Roger auf allen Belägen spielen kann. Es geht für mich hauptsächlich darum, wie gut ich mein Spiel entwickeln kann.

Denken Sie jetzt, dass Sie Roland Garros gewinnen können?

Ich denke nicht. Aber so weit sind wir noch nicht. Ich habe nur ein einziges gutes Turnier in drei Monaten gezeigt. Und vor Paris spiele ich ja kommende Woche auch noch das neue Geneva Open.

(Aufgezeichnet von René Stauffer)

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