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Clijsters bringt ihre Gegnerin zum Weinen

Erstmals seit Venus Williams vor neun Jahren hat eine Frau ihren US- Open-Titel erfolgreich verteidigt. Kim Clijsters setzte sich gegen Vera Zwonarewa in weniger als einer Stunde 6:2, 6:1 durch.

Kim Clijsters posiert mit ihrem Töchterchen Jada und dem US-Open-Pokal.
Kim Clijsters posiert mit ihrem Töchterchen Jada und dem US-Open-Pokal.
Keystone

«Wenn dies so weitergeht, dann könnten wir in einigen Minuten Tränen sehen», sagte TV-Kommentator John McEnroe zu Beginn des zweiten Satzes. Und der anerkannte Fachmann hatte sich einmal mehr nicht getäuscht: Gegen Ende des Satzes kämpfte Zwonarewa zunehmend mit dem Augenwasser, nach Spielende brach es wie schon so oft aus ihr heraus.

Nicht ganz unverständlich: Clijsters machte an diesem Abend alles besser als die Aussenseiterin, welche die letzten beiden Duelle gewonnen hatte - und zwar deutlich besser. Sie schlug besser auf, hatte die grössere Sicherheit, war aus der Offensive (17:6 Winner) und Defensive stärker und spielte variantenreicher. Dies zusammen ergab das einseitigste US-Open-Finalspiel seit 1976, als Chris Evert der Australierin Evonne Cawley Goolagong ebenfalls nur drei Games überlassen hatte und das kürzeste, seit die Organistaoren die Matchdauer seit 1980 statistisch erfassen.

Clijsters fand anschliessend tröstende Worte für die Moskowiterin, die nach dem Wimbledon-Final ihr zweites grosses Endspiel bestritt: «Die ersten Finals sind immer schwierig. Mach einfach weiter so, Vera.» Selber konnte Clijsters das tun, was sie am liebsten tut: strahlen. «Ich bin extrem froh, dass ich in den letzten beiden Spielen mein bestes Tennis zeigen konnte.»

Als Belohnung für ihren dritten Triumph in Flushing Meadows nach 2005 und 2009 erhielt sie wiederum auf dem Platz ein Küsschen ihrer kleinen Tochter Jada. Daneben durfte sie sich über ein schönes Couvert mit ansehnlichem Inhalt freuen. Clijsters kassierte insgesamt 2,2 Millionen Dollar, inklusive der Bonusprämie von einer halben Million Dollar für Platz 2 in der sportlich bedeutungslosen Wertung der US-Open-Series.

Als bei Zwonarewa die Tränen wieder getrocknet waren, durfte auch sie sich freuen: Immerhin wird die Olympia-Bronzemedaillengewinnerin von Peking heute im Ranking von Rang 8 auf 4 vorstossen und damit ihre Bestmarke erreichen. «Kim hat verdient gewonnen, aber ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht mein bestes Tennis zeigen konnte», so die Halbfinalbezwingerin der topgesetzten Dänin Caroline Wozniacki.

si

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