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Beendet Thiem die Serie des «Königs von Australien»?

Als erster Österreicher steht Dominic Thiem im Final des Australian Open. Nach seinem Halbfinal-Sieg will der 26-Jährige auch gegen Novak Djokovic bestehen.

dpa/erh
Dank eines Viersatz-Sieges im Halbfinal gegen Alexander Zverev steht Dominic Thiem im Final des Australian Open. (Video: SRF)

Dominic Thiem hat die Chance, die Serie der grossen Drei der Tennis-Szene - Novak Djokovic, Roger Federer und Rafael Nadal - zu beenden. «Er gehört ja nicht zur Next Generation, er ist längst ein etablierter Spitzenspieler. Er hat alle Mittel, die Erfahrung, die Kraft, grosse Titel zu gewinnen», sagte Djokovic bereits und hob die Klasse seines Final-Gegners an diesem Sonntag mit einem Wort hervor: «Sagenhaft.»

Thiem ist der klare Herausforderer. Djokovic der Topstar. Thiem tritt allerdings nicht zu seinem ersten Grand-Slam-Endspiel an. Zweimal schon versuchte der Weltranglisten-Fünfte jedoch vergeblich, den Spanier Nadal bei den French Open zu stoppen. Ob er auch daraus für heute Sonntag (Verfolgen Sie den Final ab 9.30 Uhr hier im Ticker) gelernt hat?

Schwergewicht seit den ATP Finals

Als erster Österreicher schaffte es Thiem ins Endspiel des Australian Open, weil er abgeklärter und in entscheidenden Phasen mutiger spielte als sein Halbfinalgegen Alexander Zverev. Es war sein fünfter Halbfinal auf dieser Stufe, für Zverev der erste. Thiem geht nicht chancenlos in den Schlussakt von Melbourne. «Er spielt das beste Tennis seines Lebens», sagte Zverev über seinen Kumpel. «Er spielt noch viel besser, als er in London gespielt hat.»

Für Djokovic ist die Rod-Laver-Arena von Melbourne, was für Nadal die rote Asche von Roland Garros ist.

Spätestens seit seinen phänomenalen Kraftakten von den ATP Finals in London zählt Thiem endgültig zur Tennis-Schwergewichtsklasse, dort bezwang er Federer und Djokovic nacheinander. Ein Indiz, dass Thiem bereit ist für den Coup. Natürlich spricht die Erfahrung für den Weltranglisten-Zweiten Djokovic: Er gewann das Australian Open sieben Mal, entschied alle sieben Endspiele in Melbourne für sich.

Mittlerweile kann Thiem auch Hartplatz

Für Djokovic ist die Rod-Laver-Arena von Melbourne, was für Nadal die rote Asche von Roland Garros ist. «Es ist natürlich nicht ganz so extrem, aber er spielt hier immer in absoluter Topform», sagte Thiem: «Er ist der Tenniskönig von Australien.» Wie Nadal in Paris.

Auch Roger Federer konnte Novak Djokovic im Halbfinal nicht stoppen. (Video: SRF)

Aber: Der in der Wiener Neustadt geborene und in Lichtenwörth lebende Profi hat Djokovic nicht nur in vier der vergangenen fünf Partien besiegt, sondern ihn auch zweimal bei Grand Slams über drei Gewinnsätze geschlagen. Und vom Sandplatzspezialisten hat er sich zu einem der besten Hartplatzspieler entwickelt.

Als erst zweiter österreichischer Grand-Slam-Sieger nach Thomas Muster möchte sich Thiem jetzt in der Tennis-Geschichte verewigen. Aber ohne dessen Ratschläge. Kurioserweise startete er mit dem French-Open-Sieger von 1995 als Mitglied in seinem Trainer-Team ins Turnier. Muster sollte ihm helfen, eben diesen letzten Schritt zum Grand-Slam-Champion zu gehen. Nach dem Achtelfinal gab Thiem das Ende der Zusammenarbeit bekannt, nach nur zwei Wochen. Thiem trennte sich, weil es von der internen Stimmung nicht gepasst habe. «Ich bin 26», sagte er. Er sei alt genug, lange genug auf der Tour: «Ich bin erfahren, ich muss die richtigen Entscheidungen treffen.»

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