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Auf wen darf Federer hoffen?

Stoppt weder Jürgen Melzer noch Robin Söderling oder Tomas Berdych in Paris den favorisierten Rafael Nadal, ist Roger Federer die Position als Nummer 1 los.

Stephan Roth
Kann einer Federers Nummer 1 retten: Robin Söderling (links), Tomas Berdych und Jürgen Melzer.
Kann einer Federers Nummer 1 retten: Robin Söderling (links), Tomas Berdych und Jürgen Melzer.

Gewinnt Rafael Nadal das French Open, löst er den Schweizer Roger Federer als Weltranglistenersten ab und hindert ihn zumindest vorerst daran, den Rekord von Pete Sampras (286 Wochen als Nummer 1) zu egalisieren und zu übertreffen. Nur ein schlagkräftiges Trio ist im Turnier verblieben, das den Spanier noch an der Rückkehr auf den Tennis-Thron hindern könnte. hält sie ab 13 Uhr auf dem Laufenden über die beiden Halbfinals.

«Hart, härter, Melzer», titelte die deutsche Zeitung «Welt» in ihrem Text über Rafael Nadals nächsten Gegner. Das österreichische Fernsehen rührt die Werbetrommel für den Halbfinal, der um ca. 16 Uhr beginnen dürfte. «Jürgen Melzer ist bereit für den nächsten Krimi», heisst es auf der Internet-Seite des «ORF». «Und jetzt lässt Melzer auch Nadal zittern», glauben die «Salzburger Nachrichten».

«Im Kopf bin ich viel härter geworden»

Realistischer sieht die «Kleine Zeitung» die Chancen des österreichischen Überraschungsmanns, Rafael Nadal am Einzug in den Final zu hindern. «Melzer greift nach Strohhalmen», titelt sie und schreibt: «Es stellt sich die Frage: Was hat Österreichs Nummer eins gegen den Sandplatz-König zu bestellen? Geht es nach der Papierform, nicht viel.» Immerhin würden drei Punkte für den 29-Jährigen sprechen: 1. Das Selbstvertrauen. «Seit dem Triumph in Wien ist sich Melzer endlich seiner Stärken bewusst und spielt diese am Platz perfekt aus. Das bekam auch Djokovic, dem gerade bei den Big Points sensationelle Bälle um die Ohren flogen, gnadenlos zu spüren.» 2. Die Leichtigkeit. «Melzer hat überhaupt nichts zu verlieren.» 3. Der Service. «Erwischt Melzer einen guten Tag, kann er mit seinem starken Aufschlag zumindest seine eigenen Service-Games offenhalten.»

«Es ist wunderschön, dass in Österreich wieder so eine Euphorie herrscht», sagt Melzer, der sein Lebensmotto mit «Go for it» umschreibt. «Im Kopf bin ich viel härter geworden», so der Österreicher. Sein Rezept gegen Nadal: «Ich muss extrem aggressiv spielen, muss schauen, dass ich ihn beschäftige und von seiner Vorhand wegkomme.»

Söderling hätte die grösste Chance gegen Nadal

Sollte Melzer erwartungsgemäss Nadal nicht aufhalten können, muss Roger Federer auf Robin Söderling oder Tomas Berdych hoffen, die den anderen Finalplatz heute bereits ab 13 Uhr unter sich ausspielen.

Söderling wäre ein Coup im Final gegen Nadal nach seinem ersten Sieg gegen Roger Federer (im 13. Anlauf!) sicher eher zuzutrauen, zumal er den Spanier bereits im Vorjahr in Paris ausgeschaltet hatte und inzwischen mental stärker geworden ist.

Nur muss der 25-jährige Schwede erst noch die Hürde Berdych nehmen. Und das wird für ihn nicht einfach sein. Der Tscheche hat bisher in Paris noch keinen Satz abgegeben. Söderling steht unter Druck, da er als Favorit mehr zu verlieren hat.

«Der Beste soll gewinnen und das ist derzeit Nadal»

Ein Erfolg von Berdych gegen Söderling scheint weit wahrscheinlicher als ein Finalsieg gegen Nadal. Bisher hat der 24-Jährige 1,96-Meter-Athlet, der erstmals in einem Grand-Slam-Turnier im Halbfinal steht, erst fünf Turniersiege auf dem Konto und galt als Mann, der im entscheidenden Moment versagt.

Will Federer die Nummer 1 bleiben, muss er heute also auf einen Sieg Söderlings oder eine Riesenüberraschung von Melzer hoffen. «Wenn Rafa nicht gewinnt, hätte ich den Rekord. Aber so denke ich nicht», sagte der Maestro selbst. «Der Beste soll gewinnen und das ist hier derzeit Nadal.»

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