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Auf Federers Spuren

Stan Wawrinka demonstrierte bei seinem heutigen Halbfinalsieg in Paris gegen Tsonga seine eindrückliche mentale Stärke. Und unterstrich dies mit einer speziellen Geste.

Geschafft: Stan Wawrinka steht zum zweiten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Final. Beim ersten Mal, 2014 in Melbourne, konnte er den Pokal mit nach Hause nehmen.
Geschafft: Stan Wawrinka steht zum zweiten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Final. Beim ersten Mal, 2014 in Melbourne, konnte er den Pokal mit nach Hause nehmen.
AFP
Überlegen: Vor allem in den Grundlinienduellen war Wawrinka Tsonga klar überlegen.
Überlegen: Vor allem in den Grundlinienduellen war Wawrinka Tsonga klar überlegen.
Reuters
Im Final wartet nun Andy Murray oder Novak Djokovic.
Im Final wartet nun Andy Murray oder Novak Djokovic.
AFP
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Tennis ist ein einfaches Spiel. Man muss einfach dafür sorgen, dass man den letzten Punkt gewinnt. Und dabei hilft es, die so genannten «big points» zu gewinnen – jene Punkte, die ein Spiel in die eine oder andere Richtung lenken.

Das verstand Stan Wawrinka in seinem Hitzeduell gegen Jo-Wilfried Tsonga exemplarisch. Der Romand wehrte 16 von 17 Breakbällen gegen sich ab, blieb so auch im dritten Satz, als Tsonga entfesselt spielte, dran, und schaffte es schliesslich, diesen zu zermürben.

Nach dem im Tiebreak gewonnenen dritten Durchgang tippte sich Wawrinka mit dem Zeigefinger an den Kopf, um zu bedeuten, dass er da entschieden worden sei. Es ist eine Geste, die wir vom Australian Open 2014 kennen, wo er seinen ersten Grand-Slam-Titel errungen hatte. Gegen Tsonga bediente sich Wawrinka des Rezepts von Roger Federer. Auch der Baselbieter siegte nicht immer so leicht, wie es am Schluss aussah, auch er musste oft leiden. Doch je wichtiger der Punkt, desto überzeugender spielte er.

Auch Wawrinka versteht sich darauf je länger, desto besser. Es ist eine erstaunliche Wandlung von jenem Spieler, der vor ein paar Jahren noch dafür bekannt war, heroisch zu kämpfen – und dann doch zu verlieren. Doch je grösser das Turnier, je wichtiger der Punkt, desto stärker spielt der Vaudois inzwischen, seit er die Mauer durchbrochen hat und ein Major-Sieger geworden ist.

Der Glaube an seine eigenen Fähigkeiten hat ihn weit getragen. Und die Bestätigung, am French Open erstmals auch Federer an einem Grand Slam besiegt zu haben, hat ihn weiter bestärkt.

Tennis ist kompliziertes Spiel, es kann sehr viel schiefgehen. Doch je erfolgreicher man spielt, desto einfacher wird es. Wawrinka hat für sich den Schlüssel dazu gefunden. Und deshalb hat er gute Chancen, weitere Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Den nächsten am Sonntag im Final von Roland Garros.

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