Sandkönig in der Warteschleife

Die Hüftverletzung bremst Rafael Nadal weiterhin. Sein Arzt glaubt an eine Rückkehr pünktlich zur Sandsaison.

Braucht Pause: Rafael Nadal, der zuletzt für Acapulco absagen musste.

Braucht Pause: Rafael Nadal, der zuletzt für Acapulco absagen musste. Bild: Getty

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Seine Leidensgeschichte ist reich an Kapiteln. Ellbogen, Fuss, Bauch, Oberschenkel, Schulter, Handgelenk, Rücken und – natürlich – immer wieder das Knie: Es gibt kaum Körperstellen, die Rafael Nadal noch keine Probleme bereitet haben. Dass er trotz dieser Verletzungshistorie 75 Titel, davon 16 an Grand-Slam-Turnieren, in seinem Palmarès stehen hat, ist seiner aussergewöhnlichen Zähigkeit geschuldet.

Wer glaubt, der Mallorquiner, der 2014 in Basel mit einem entzündeten Blinddarm antrat, hätte in seinen bald 17 Profijahren die ganze Palette durch, irrt. Aktuell bremsen ihn Schmerzen am rechten Hüftbeuger, die ihn schon im Viertelfinal des Australian Open gegen Marin Cilic zur Aufgabe gezwungen hatten.

Nur der Muskel betroffen

Der 31-Jährige hatte gehofft, Ende Februar in Acapulco auf die Tour zurückzukehren, doch im letzten Training brach die Verletzung erneut auf – MRI statt Comeback. Schnell war klar, dass die Masters-1000-Turniere in Indian Wells und Miami ohne den Weltranglistenzweiten auskommen müssen. Es drängte sich gar die Frage auf, ob der unbestrittene Herrscher über die Sandplätze bereit sein würde, wenn sich die Grössen der Szene Mitte April in Monte Carlo zum ersten Rendez-vous auf seiner bevorzugten Unterlage versammeln.

Nadals langjähriger Arzt Angel Ruíz-Cotorro meldete sich nun in der spanischen Zeitung «El País» zu Wort und sagte: «Das Ziel ist, dass Rafa zur Sandplatzsaison wieder fit ist.» Vorerst hat er seinem Patienten Ruhe verordnet. «Er muss zwei, drei Wochen pausieren, dann hoffen wir auf eine schnelle Regeneration. Wir werden aber nichts überstürzen.» Was den Mediziner einigermassen zuversichtlich stimmt, ist, dass die Probleme muskulärer Natur sind. «Wenn Sehnen oder Bänder betroffen wären, wäre das viel schlimmer», sagt er.

French Open steht über allem

Für Nadal bedeuten die jüngsten Entwicklungen, dass er sich in Geduld üben muss. Wieder einmal. Ruíz-Cotorro sagt: «Wir müssen optimistisch sein, weil wir das immer waren. Wir müssen aber auch realistisch sein und schauen, was jetzt passiert. Rafa wird erst wieder spielen, wenn es ihm gut geht.»

Risiken werden Nadal und sein Team keine eingehen, schon gar nicht einen guten Monat vor dem Start der Sandsaison, die jeweils Ende Mai/Anfang Juni im French Open gipfelt. Es ist das zentrale Turnier in Nadals Karriere. Zehnmal hat er am Bois de Boulogne triumphiert. Genug hat er deswegen noch lange nicht. (kai)

Erstellt: 08.03.2018, 13:24 Uhr

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