Nadal jubelt und rückt Federer wieder näher

Rafael Nadal bezwingt im US-Open-Final Kevin Anderson ohne Satzverlust und gewinnt in Flushing Meadows seinen 16. Major-Titel.

Nicht zu stoppen: Rafael Nadal holt sich in New York seinen 16. Grand-Slam-Titel. (Video: Tamedia/AP)

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Den Final gegen den südafrikanischen Aussenseiter Kevin Anderson (ATP 32) dominierte Rafael Nadal klar. Nadal siegte in 2:27 Stunden mit 6:3, 6:3, 6:4. Der 31-jährige Spanier agierte nicht mehr derart dominant wie in den letzten drei Sätzen des Halbfinals gegen Juan Martin Del Potro, dennoch spielte Nadal eine Klasse besser als Überraschungsfinalist Anderson.

Eine Dreiviertelstunde benötigte Nadal, um seine Überlegenheit auch resultatmässig umzusetzen. Zum 4:3 und 6:3 im ersten Satz gelangen ihm die ersten Breaks der Partie. Mit zwei weiteren Aufschlagdurchbrüchen innerhalb einer Viertelstunde zum 4:2 im zweiten Satz und zum 1:0 im dritten Durchgang realisierte Nadal schon mehr als eine Vorentscheidung.

Ein Aufschlag-Monster ohne Service

Denn Kevin Anderson fand kein taugliches Mittel gegen Nadal. Im ersten Satz brachte er bis zum 3:3 seine Aufschlagspiele durch, benötigte dazu aber 42 Ballwechsel (14 im Schnitt pro Aufschlagspiel) und musste schon in dieser Startphase vier Breakmöglichkeiten abwehren. Nadal liess während der gesamten Partie keinen einzigen Breakball zu.

Anderson nahm sich vor seinem ersten grossen Final vor, auf die Stärken zu setzen, die ihn erstmals an einem Major-Turnier weiter als bis in die Viertelfinals getragen hatten. Umsetzen konnte Anderson das nicht. Seine stärkste Waffe, der Aufschlag, hatte «Ladehemmung». Besonders offensichtlich wurde das im zweiten Satz. Anderson brachte bloss ein Drittel seiner ersten Aufschläge ins Feld. Und nach dem zweiten Aufschlag gewann er lediglich ein Drittel aller Punkte.

Zwei unglaubliche Comebacks

Rafael Nadal verdiente sich jedenfalls seinen 16. Grand-Slam-Titel, womit er den Rückstand auf den fünf Jahre älteren Roger Federer auf drei verringerte. Nadal fand seine Bestform am Ende der ersten Woche, als er den Argentinier Leonardo Mayer nach Satz- und Breakrückstand in vier Sätzen besiegte. In dieser Partie vergab Nadal die ersten 17 Breakmöglichkeiten, ehe er zum Durchmarsch ansetzte. Dreimal im Turnier verlor Nadal den ersten Satz und siegte anschliessend in vier Sätzen. Während des gesamten Turniers gab Nadal in sieben Partien nur siebenmal den Aufschlag ab. Ausserdem retournierte keiner besser als Nadal. Dem grossen Kämpfer aus Manacor (Mallorca) gelangen gegen seine Gegner 41 Breaks, fast sieben pro Einzel.

Quelle: Twitter/@usopen

Dabei wusste Nadal – ähnlich wie Roger Federer – vor einem Jahr nicht, ob er es überhaupt noch mal zurück an die Spitze schaffen wird. Er brach im Oktober 2016 wegen Handgelenkproblemen die Saison ab. Er startete die Saison als Nummer 9 der Welt. Nadals Comeback ist ähnlich beeindruckend wie jenes von Federer. In Flushing Meadows holte er den ersten Titel auf Hartplatz seit fast vier Jahren. Allerdings stand er schon im Januar am Australian Open in Melbourne einem weiteren Grand-Slam-Titel auf Hartplatz äusserst nahe, als er im fünften Satz gegen Federer mit einem Break führte, ehe «die stärkste halbe Stunde meines Lebens» (Zitat Federer) noch die Wende brachte.

Nadal auf dem Tennisthron

In der Jahreswertung baute Rafael Nadal mit dem US-Open-Triumph den Vorsprung auf Roger Federer auf fast 2000 Punkte aus. Nadal hat alle Trümpfe in der Hand, die Saison als Nummer 1 zu beenden. Nebst den Grand-Slam-Turnieren in Paris und New York triumphierte Nadal diese Saison auch in Monte Carlo, Barcelona und Madrid.

(nos/sda)

Erstellt: 10.09.2017, 21:47 Uhr

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