Murray schreibt ein Stück Tennisgeschichte

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Andy Murray gewinnt als erster Brite seit Fred Perry 1936 ein Grand-Slam-Turnier. Im US-Open-Final bezwingt der Schotte den serbischen Titelverteidiger Novak Djokovic 7:6, 7:5, 2:6, 3:6, 6:2.

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Bei schwierigen Windverhältnissen, die vor allem seinem Gegner Novak Djokovic zu schaffen machten, musste Andy Murray lange leiden, bis der erste Triumph im fünften Major-Endspiel seiner Karriere Tatsache war. Im Startdurchgang benötigte der Olympiasieger sechs Satzbälle, ehe er im Tiebreak doch noch mit 12:10 die Oberhand behielt. Im zweiten Satz führte Murray 4:0 und besass zudem eine Breakchance zum 5:1, musste Djokovic aber noch einmal auf 5:5 herankommen lassen. Mit einem verschlagenen Smash und einer zu weit geratenen Vorhand schenkte der Serbe ihm jedoch ein weiteres Break und damit die 2:0-Satzführung.

Nachdem Djokovic mit frühen Breaks im dritten und vierten Durchgang den Satzausgleich geschafft hatte, kostete ihn das anschliessende Tief seine Titelchance. Murray schaffte Servicedurchbrüche zum 1:0 und 3:0. Er profitierte dabei von einem Netzroller und einem Vorhandfehler des Serben. Nach 4:54 Stunden verwertete er seinen zweiten Matchball. Djokovics letzter Return landete im Out.

«Ich weiss nicht, wie ich es gepackt habe»

Der Verlierer hatte sich vor dem abschliessenden Game wegen Schmerzen am Oberschenkel ein Medical Timeout genommen. Während des Matchs war er wiederholt nach langen Ballwechseln vor lauter Erschöpfung zusammengesunken. Auch Murray hatte körperlich schwer zu kämpfen. «Es war ein unglaublich schwieriges Spiel, nach dem dritten und vierten Satz vor allem auch im mentalen Bereich. Novak ist so hart. Ich weiss nicht, wie ich es gepackt habe», sagte er im Siegerintervew auf dem Platz. Der längste Ballwechsel des Thrillers war erst nach 55 Schlägen zu Ende gegangen.

Murrays Triumph hatte sich in den letzten Monaten angekündigt. Nachdem er in Wimbledon im Final nur knapp an Roger Federer gescheitert war, gewann er wenige Wochen später an den Olympischen Spielen gegen den Schweizer seinen ersten grossen Titel. Nun gelang ihm endlich auch auf Grand-Slam-Stufe seine Premiere. Als erster Spieler in der Geschichte gewann er Olympiagold und das US Open im selben Jahr.

Eine Freude für Federer

Aufgrund der Niederlage, seiner dritten im vierten US-Open-Final, verliert Djokovic, der vor einem Jahr in New York gewonnen hatte, in der Weltrangliste weiter an Terrain gegenüber Roger Federer. Allerdings hat der Schweizer bis Ende Jahr wesentlich mehr Punkte zu verteidigen. Murray überholte dank seinem Finaleinzug den verletzten Rafael Nadal und ist neu die Nummer 3 des Rankings.

si

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