Ein «Paradiesvogel» für Dählhölzli

Er ist drei Jahre lang im Camper an Turniere gereist, von der «Hamburger Morgenpost» wurde er einst als verrücktester Tennisprofi bezeichnet: Der Jamaikaner Dustin Brown zählt zum NLB-Team des TC Dählhölzli.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Er sticht aus der Masse der Tennisspieler heraus: Er ist knapp zwei Meter gross, seinen Kopf schmücken Rastas, die Zunge ein Piercing. Seine Spielweise ist angriffig, temporeich, kompromisslos. Die Rede ist von Dustin Brown, 25-jähriger Jamaikaner mit deutschen Genen. Brown ist die Nummer 104 der Weltrangliste und figuriert auf der Kaderliste des TC Dählhölzli; für den Berner Stadtklub beginnt morgen die NLB-Interclubsaison mit dem Heimspiel gegen Solothurn (12 Uhr).

«Eine Attraktion»

Vor zwei Jahren stieg Dählhölzli in die zweithöchste Spielklasse auf; die Ziele formuliert man unbescheiden, spätestens 2012 wollen die Berner im Oberhaus spielen. «Sollte der Aufstieg vorher gelingen, hätten wir nichts dagegen. Druck verspüren wir aber keinen», sagt Captain und Coach Daniel Radojicic. Mit Dustin Brown weiss er den besten Spieler der Liga in seinen Reihen. Jüngst gewann dieser das Challenger-Turnier in Johannesburg, er setzte sich zuletzt gegen die Schweizer Davis-Cup-Spieler Marco Chiudinelli und Stéphane Bohli durch. «Er ist eine Attraktion», verspricht Radojicic, 38.

Brown, Sohn einer Deutschen und eines Jamaikaners, ist in Niedersachsen geboren und 1996 in die Karibik ausgewandert. Er gilt als extrovertiert und hat mitunter das Image eines Paradiesvogels. Drei Jahre lang tingelte er mit einem Camper durch Europa an Turniere; er ist ein Spieler, welcher oft die riskante Schlagvariante wählt und sowohl Zufriedenheit als auch Ärger während eines Spiels deutlich artikuliert. Von der «Hamburger Morgenpost» wurde er einst als verrücktester Tennisprofi bezeichnet. Mit den vier Deutschen, welche zum Team Dählhölzlis gehören (siehe Kasten), pflegt er ein freundschaftliches Verhältnis. «Dadurch hat sich das Engagement erst ergeben», sagt Radojicic. Für den Jamaikaner hat die ATP-Tour Priorität, freilich wird er nicht alle Interclub-Partien bestreiten. Für adäquaten Ersatz ist gesorgt: Mit Nikola Mektic (Kro) steht ein weiterer Top-300-Spieler im Kader. Dies mag erstaunen, verfügen die Berner doch über ein vergleichsweise bescheidenes Budget (unter 50'000 Franken).

«Alle haben leistungsbezogene Verträge. Und: Reich wird niemand», erklärt Radojicic. Gefordert wird sein Team bereits in den Gruppenspielen. Neben Horgen sind Solothurn, das den Aufstieg zuletzt knapp verpasste, und der finanziell potente Genfer Verein Cologny, bei welchem neun Spieler aus den besten 340 der Welt gemeldet sind, die Gegner. «Es ist eine Hammergruppe», sagt Radojicic. Derweil Dählhölzli Richtung NLA schielt, strebt Stadtrivale Sporting den Ligaerhalt an. Zwei Tschechen verstärken das aus gestandenen regionalen Spielern bestehende Ensemble. (Berner Zeitung)

Erstellt: 30.04.2010, 08:42 Uhr

Ausgefallen, extrovertiert, erfolgreich: Dustin Brown, Nummer 104 der Welt, spielt für Dählhölzli. (Bild: Imago Sportfoto)

Paid Post

Dank Hightech sicherer im Schnee unterwegs

Gewinnen Sie mit Bächli Bergsport und Mammut ein Lawinenverschütteten-Suchgerät der neusten Generation.

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Wie hiess das früher? Der Ü-40-Gedächtnistest

Sweet Home 10 Tricks, die Ordnung schaffen

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Besuch aus der Heimat: Die Schweizergardisten im Vatikan stehen stramm, denn Bundesrat Alain Berset ist auf Visite. (12. November 2018)
(Bild: Peter Klaunzer) Mehr...