Federer legt vor, Bencic sichert den ersten Sieg

Das Schweizer Team schlägt Grossbritannien zum Auftakt des Hopman Cups. Bencic bekundet dabei mehr Mühe als Federer.

Guter Start für Federer und Bencic: Am Hopman Cup gewinnen sie gegen Grossbritannien im Einzel und Doppel. Video: Reuters

Roger Federer ist über den Jahreswechsel ein gern gesehener Gast an der australischen Westküste. Als er im letzten Jahr Rottnest Island besuchte, gingen die Fotos des Schweizers mit zwei Quokkas, einem australischen Beuteltier, um die Welt. Danach schnellten die Besucherzahlen in der vor Fremantle liegenden Insel in die Höhe - wie diejenigen am Hopman Cup in der Perth Arena.

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In diesem Jahr liess sich Federer per Helikopter zu den Pinnacles fliegen, einer weiteren Sehenswürdigkeit an der australischen Westküste. Auch der Bekanntheitsgrad der Kalksteinsäulen im Nambung-Nationalpark rund 250 Kilometer nördlich von Perth dürften nach der Kurzvisite des erfolgreichsten Tennisspielers aller Zeiten deutlich gestiegen sein.

Nicht nur als Werbebotschafter ist Federer sein Geld wert, auch auf dem Platz genügt der 37-jährige Baselbieter noch immer höchsten Ansprüchen. Während er dem Briten Cameron Norrie mit einem soliden Auftritt im ersten Aufeinandertreffen der beiden keine Chance liess, sorgte er im abschliessenden Mixed an der Seite von Belinda Bencic nicht nur mit spektakulären Ballwechseln für viel Unterhaltung.

«Ich bin bereit»

Federer selbst fühlt sich sehr wohl in Down Under, wo er während seiner Karriere mit wenigen Ausnahmen stets sehr erfolgreich spielte. Sechsmal gewann er das Australian Open in Melbourne, in dieser Saison bietet sich ihm nach den Triumphen 2017 und 2018 sogar die Chance zum Hattrick an dem am 14. Januar beginnenden ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Vor einem Jahr war Federer im australischen Sommer ungeschlagen geblieben, nachdem er mit Bencic bereits den Hopman Cup gewonnen hatte. «Ich habe in diesem Jahr eine Menge zu verteidigen», sagte Federer nach dem 6:1, 6:1 gegen Norrie mit einem Lachen. Einen Titel zu verteidigen sei zwar einfacher, als diesen erstmals zu gewinnen, zu einem allfälligen Titel-Hattrick in Melbourne sei es aber noch ein sehr weiter Weg. «Aber ich bin bereit.»

Auch wenn Norrie, die Nummer 91 der Welt, noch kein echter Prüfstein für Federer war, deutete der Schweizer aber doch an, dass er in der knapp zweimonatigen Winterpause nichts von seiner Spielfreude eingebüsst hat. Nach zwei umkämpften ersten Games, die zehn Minuten dauerten und in denen Federer bei eigenem Service 0:40 zurückgelegen hatte, fand er seinen Rhythmus und liess danach seinem Gegenüber keine Chance mehr. «Es war ein wunderbares Spiel», so Federer.

Der vierfache Familienvater geniesst die Zeit auf und neben dem Platz. Seit seinem märchenhaften Comeback vor zwei Jahren plant er nur noch auf ein Jahr hinaus. Noch denke er nicht an den Rücktritt, sagte er in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF vor Beginn des Hopman Cups, liess aber offen, ob er 2020 noch einmal eine Saison anhängen wird.

Bencic: fit und gesund

Wesentlich mehr zu kämpfen als Federer hatte Bencic (WTA 54) in ihrem Einzel gegen Katie Boulter (WTA 97). Nachdem sie im zweiten Satz einen Breakvorsprung preisgegeben hatte, setzte sie sich im Tiebreak aber souverän mit 7:0 durch. "Ich liebe es, in Perth zu spielen", sagte Bencic, die auch im neuen Jahr von ihrem Vater Ivan gecoacht wird. Die 21-Jährige aus Wollerau wirkte gesund und fit, nachdem sie in den letzten beiden Jahren immer wieder auch mit Verletzungen zu kämpfen hatte.

Ihren nächsten Auftritt haben Bencic und Federer an Neujahr, wenn sie im zweiten Gruppenspiel auf die USA treffen. Dort kommt es im Mixed zu dem mit Spannung erwarteten Aufeinandertreffen zwischen Federer (20 Grand-Slam-Titel) und Serena Williams (23).

sda/mro

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