Steuerfrau und Topskorerin

Lucia Weibelova spielt am Samstag mit Rotweiss Thun gegen Malaga.

Voller Einsatz für Rotweiss Thun: Die 35-jährige Slowakin Lucia Weibelova.

Voller Einsatz für Rotweiss Thun: Die 35-jährige Slowakin Lucia Weibelova. Bild: Patric Spahni

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96 Tore hat Lucia Weibelova in dieser Saison für Rotweiss Thun schon erzielt. Das sind fast doppelt so viele wie die zweitbeste Werferin, die Italienerin Laura Celeste Rotondo (53). Auch in einem anderen Bereich weist die Slowakin fast das Doppelte auf als andere: Weibeleova ist bereits 35 Jahre alt, einige ihrer Teamkameradinnen sind erst 18- oder 19-jährig. «Das Alter ist im Team absolut kein Thema», betont Weibelova und fügt lachend an, «persönlich merke ich nach einem Spiel aber schon, dass ich nicht mehr 20 bin.»

Weibelova ist als Topskorerin so etwas wie die Lebensversicherung des NLA-Dritten. Auch am vergangenen Dienstag beim 32:20-Erfolg gegen Nottwil war auf sie Verlass. Sie erzielte neun Tore, viele in wichtigen Phasen. «Die Tore sind immer ein Produkt der ganzen Mannschaft», will Weibelova nichts von einer Sonderrolle wissen.

Lob vom Trainer

Diese attestiert ihr dafür Peter Bachmann: «Sie ist sehr wichtig für das Team. Lucia wirft sich immer ins Zeug. Sie macht uns viele Sachen einfacher.» Der Trainer erwähnt auch Rotondo als Leaderin. «Aber sie kämpft als Südländerin häufig mit ihren Emotionen. Lucia bleibt dagegen auch in hektischen Situationen ruhig. Sie kann mit ihrer Routine ein Spiel steuern.»

Für Bachmann ist klar, dass die Slowakin auch in Zukunft in Thun bleiben soll. «Wir möchten sie unbedingt behalten.» Ihr Zweijahresvertrag läuft indes Ende Saison aus. «Die Zukunft ist noch völlig offen», sagt Weibelova. Sie meint nur: «Manchmal wird mir alles etwas viel.» Denn mit einem 70-Prozent-Pensum arbeitet sie in Bern noch als Verkäuferin in einem Modegeschäft.

«Kleine Blessuren gehören im Handball dazu, gehen meistens auch schnell vorüber, aber sie machen es nicht einfacher, wenn man den nächsten, ganzen Tag arbeiten muss.» Auch im Spiel gegen Nottwil wird die Topskorerin mehrmals hart angegangen. Mal schmerzt die Schulter, mal der Kopf. «Aber ich will nicht klagen: Ich bin gesund.»

Das war nicht immer so. Nach einigen Auftritten mit slowakischen Nachwuchsauswahlen zwangen sie Rückenprobleme zu einer fünfjährigen Pause. Auch deshalb spielte sie nie für das A-Nationalteam. Später wechselte sie nach Norwegen und Deutschland. Dort lief sie vor ihrem Wechsel nach Thun während zweier Jahre gemeinsam mit ihrer Schwester Andrea in Trier auf.

Die 39-Jährige spielt immer noch beim Team der 2. Bundesliga. Ob sie in diesem Alter ebenfalls noch aktiv sein wird, weiss Lucia nicht. «Vorerst konzentriere ich mich auf diese Saison. Wir haben ein junges und gutes Team mit hohen Ambitionen, können jedoch noch viel verbessern.»

Gute Laune

Am Samstag empfängt Weibelova mit Rotweiss im Challenge-Cup Rincõn Fertilidad Malaga. Wie Trainer Bachmann freut sie sich auf den Gradmesser aus Spanien. «Es wird nicht einfach», halten sowohl Coach als auch Topskorerin fest. An der Zielsetzung ändert das jedoch nichts. «Ich will jedes Spiel gewinnen», betont Weibelova, «dann haben wir immer gute Laune.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.11.2018, 09:50 Uhr

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