Nike legt sich mit Trump an

In seiner neuen Werbekampagne setzt Nike auf den US-Sportler Colin Kaepernick. Dieser hatte einen Protest gegen Trump angeführt. Nike kassiert einen Shitstorm.

«Glaube an etwas, auch wenn das heissen sollte, alles andere zu opfern»: US-Footballer Colin Kaepernick in der neuen Nike-Kampagne. Video: Tamedia/AFP/AP

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US-Präsident Donald Trump nannte ihn einen «Hurensohn»: Der US-Football-Spieler Colin Kaepernick löste im August 2016 eine Welle von Protesten gegen Polizeigewalt und Diskriminierung von Schwarzen aus. Der Sportler weigerte sich, während der Nationalhymne aufzustehen. Stattdessen kniete er mit erhobener Faust. Mehrere Spieler schlossen sich ihm an. Trump nannte sie respektlos gegenüber der US-Flagge und dem Militär.

Jetzt hat Nike Kaepernick für seine neuste Werbekampagne verpflichtet – und damit indirekt politisch Stellung bezogen. Der 30-Jährige ist einer von mehreren Athleten, mit denen der amerikanische Sportartikelhersteller das 30-Jahr-Jubiläum des Markenmottos «Just Do It» (Mach es einfach) feiern wird.

«Glaube an etwas»

Kaepernick spielte zuletzt 2016 für die San Francisco 49ers in der amerikanischen Profi-Liga NFL. Nachdem er das Team verliess, fand er keinen Club mehr. So hatte es Trump ihm damals hämisch vorhergesagt. Jetzt postete er ein Foto der neuen Werbekampagne auf seinen sozialen Kanälen. Dieses zeigt eine Nahaufnahme von Kaepernicks Gesicht mit dem Werbeschriftzug: «Glaube an etwas, auch wenn das heissen sollte, alles andere zu opfern.»

Kaepernick wird seit 2011 von Nike gesponsert. «Wir glauben, Colin ist einer der inspirierendsten Sportler seiner Generation, der die Plattform Sport dazu nutzte, um die Welt zu verbessern», sagte Gino Fisanotti, der nordamerikanische Marken-Vizepräsident für Nike, dem Sender ESPN.

#Justburnit

Die Reaktionen von Trump-Anhängern folgten sofort. Auf sozialen Medien machten die Hashtags #BoykottNike und #Justburnit die Runde. Nutzer posteten Fotos und Videos von zerschnittenen, zerstörten und verbrannten Nike-Produkten. Ein Nutzer behauptet, Nike habe sich mit der Aktion verkalkuliert: «Sei bereit, Nike», schreibt der Mann, der angibt, ehemaliger Marine-Soldat zu sein, zu einem Bild zerschnittener Nike-Socken: «Multipliziere das millionenfach.»

«Nike, du hast meine Entscheidung, nur noch Adidas-Produkte zu kaufen, einfach gemacht. Auch Konservative kaufen Schuhe», schreibt dieser Nutzer.

Dieser Nutzer verbrennt tatsächlich seine Sneaker:

Die Reaktion auf diese wütenden Tweets folgte sofort:

Auch der Hashtag #ImwithKap («Ich bin mit Kaepernick») macht die Runde. Dieser Nutzer trägt zur Unterstützung von Nikes Aktion gleich zwei Nike-Hosen übereinander:

Serena Williams und LeBron James

Neben dem ehemaligen NFL-Spieler Kaepernick sind unter anderem auch der Football-Spieler Odell Beckham Jr., die Tennisspielerin Serena Williams und der Basketballer LeBron James Teil der «Just Do It»-Kampagne von Nike.

Als weiterer American-Football-Spieler ist auch Shaquem Griffin mit dabei. Ihm wurde als Kind eine Hand amputiert, trotzdem schaffte er es dieses Jahr, einen Vertrag bei einem NFL-Team zu erhalten. Er steht im Kader der Seattle Seahawks. (cfr/si)

Erstellt: 04.09.2018, 11:10 Uhr

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