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Spannung an beiden Tabellenenden

Die Winterpause war keine Ruhephase im eigentlichen Sinne. Die Vereine der Axpo Super League haben beinahe ausnahmslos eine hektische Zeit hinter sich.

Ein abgebrochenes Trainingslager wegen politischer Unruhen, eine neue operative Führung, eine missglückte Entlassung, die Entmachtung eines Captains und eine Vielzahl von Transfers: Seit die besten Schweizer Klubs im Dezember den Kampf um Punkte unterbrochen haben, ist so manches geschehen. YB-CEO Ilja Kaenzig dürfte den meisten seiner Amtskollegen aus dem Herzen sprechen: "Ich bin froh, dass diese Schlagzeilen bald wieder durch den Fussball verdrängt werden."

Die Ausgangslage für die kommenden vier Monate ist spektakulär. Der Meistertitel ist finanziell so viel wert wie noch nie in der Geschichte des Schweizer Fussballs. Der nächste Titelträger qualifiziert sich im Normalfall direkt für die Gruppenphase der Champions League, was Einnahmen in der Höhe von 20 Millionen Franken garantiert.

Im hinteren Teil der Tabelle kündigte sich ein nervenaufreibender Abstiegskampf an. Nicht nur in Zürich steht dabei die Frage im Vordergrund, ob die Grasshoppers sich aus ihrer unbequemen Lage befreien können. Lanciert wird das Rennen gegen die Relegation am Sonntag, wenn der Vorletzte St. Gallen den Letzten GC empfängt.

Mit der besten Ausgangslage startet der FC Luzern in die Rückrunde. In den letzten sieben Jahren sicherte sich fünfmal der Halbzeit-Führende die Meisterschaft. Die Innerschweizer gehen allerdings mit minimalem Vorsprung in die zweite Phase der ASL und sind nicht frei von Sorgen. Die Stürmer Christian Ianu und Joao Paiva sind derzeit verletzt. Ianu fällt nach einem erneuten operativen Eingriff noch rund einen Monat aus, während Paiva sich von einem Muskelfaserriss erholt.

Auch Hakan Yakin ist angeschlagen. Der 86-fache Internationale wird wie bereits seit geraumer Zeit von Knieschmerzen geplagt und konnte deshalb die letzte Testpartie vor dem Gastspiel beim FC Zürich nicht bestreiten. Einen Yakin in Topform ist ohne Zweifel die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Rückrunde, mit der Möglichkeit auf den zweiten Meistertitel nach 1989.

Die ersten Verfolger von Luzern könnten nicht prominenter sein. Der FC Basel und der FC Zürich teilten die letzten sieben Meisterschaften unter sich auf und konnten beide in der jüngsten Vergangenheit schon eine Aufholjagd mit einem Triumph krönen: 2006 machte der FCZ in der Rückrunde acht Punkte auf den damaligen Wintermeister Basel wett, der FCB seinerseits fing im letzten Jahr trotz Sieben-Punkte-Rückstand die Young Boys noch ab.

In Basel war die Winterpause geprägt vom Abgang von Samuel Inkoom. Der Ghanaer verliess den 13-fachen Meister für rund acht Millionen Franken Richtung Ukraine, womit er sich 18 Monate nach seinem Wechsel ans Rheinknie mit zehnfacher Wertsteigerung wieder verabschiedete. Nur die Verkäufe von Felipe Caicedo und Matias Delgado spülten mehr Geld in die FCB-Kassen.

Der FC Zürich verzeichnete einen Zuzug für die Defensive. Der erfahrene Franzose Mathieu Beda ersetzt den nach Nordamerika gewechselten Alain Rochat. Im Mittelpunkt der Zürcher Winterpause stand das Trainingslager in Tunesien, das die Mannschaft wegen der politischen Unruhen abbrechen musste. "Es ging zum Teil sehr turbulent zu und her", resümiert Trainer Urs Fischer die letzten Wochen. "Es wurde uns aber nie langweilig."

In Lauerstellung befinden sich der FC Sion und die Young Boys. Die Berner gehen mit acht Punkten Rückstand auf Luzern und dem neuen Schweden Alexander Fanerud in die Rückrunde, nachdem der Beginn des Jahres von dem Transfer-Wirrwarr des Südkoreaners Koo Ja-Cheol und der Entlassung von Manager Alain Baumann geprägt war. Beim Kantonsrivalen Thun führte derweil die verspätete Ferien-Heimreise des Argentiniers Oscar Scarione zu Turbulenzen. Der Spielmacher wurde als Captain abgesetzt.

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