Die Unverschämte

Tina Maze ist an der WM in Beaver Creek weiter im Plan und holt mit dem Sieg in der Super-Kombination ihre dritte Medaille. Lara Gut wird Fünfte.

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Drittes Rennen, zweiter Sieg, dritte Medaille. Die grossen Schlagzeilen hat Tina Maze wieder einmal auf sicher. Sie ist bislang die prägende Figur der Weltmeisterschaft in Beaver Creek.

Doch grosse Schlagzeilen? Die Slowenin würde wohl raten, diese noch zurückzubehalten. Schliesslich will sie sich doch nicht mit Silber im Super-G, Gold in der Abfahrt und dem Triumph in der Super-Kombination zufrieden geben. Nein: Fünf Medaillen sollen es am Ende sein. Etwas, was noch keiner Athletin gelang. Und dann kann auf sie immer noch ein Loblied angestimmt werden. Denn nur das ist das Ziel der 31-Jährigen an diesen Titelkämpfen: Edelmetall in allen Disziplinen. Das teilte sie ganz unbescheiden mit. Sie befindet sich also nach dem Sieg in der Super-Kombination lediglich im Fahrplan.

Mit dem Ziel vor Augen im Rhythmus

Jubeln mochte Maze dennoch schon gestern ausgiebig, nach ihrem dritten Streich, den sie Rad schlagend feierte. Als Schnellste der Abfahrt nahm sie den Slalom als 30. in Angriff. Die Piste hatte zu diesem Zeitpunkt schon etwas gelitten, allerdings nicht so sehr, wie es die 10 Grad hätten vermuten lassen können. Doch Maze hätte es wohl auch nicht interessiert, wäre es anders gewesen. Nicht in dieser Verfassung, in der sie sich befindet. Und auch deshalb nicht, weil ihr Trainer Valerio Ghirardi den Lauf gesteckt hatte.

Zwar startete sie überraschend zurückhaltend in den Slalomlauf, im unteren Teil und mit dem Ziel vor Augen fand sie aber den Rhythmus optimal und wehrte sich damit erfolgreich gegen die Totalangriffe der beiden österreichischen Slalomspezialistinnen Nicole Hosp und Michaela Kirchgasser, die sie auf die Ränge 2 und 3 verwies. Diese hatten sich bereits auf der anspruchsvollen Raptor-Piste erstaunlich gut gehalten und waren Vierte und Achte geworden.

Gut bleibt der Riesenslalom

Auch Lara Gut, die hinter Maze und Anna Fenninger Bronze in der Abfahrt gewonnen hatte, bewies erneut, dass ihr die Speed-Strecke in Beaver Creek liegt. Nur zwei Hundertstel trennten sie von der Slowenin. Dass ihr aber auch eine für ihre Verhältnisse perfekte Slalomfahrt nicht reichen würde, um Maze zu überholen, sollte diese ohne grossen Fehler durchkommen, wusste sie – die Leaderin im Gesamtweltcup war in dieser Saison im Slalom nie schlechter als Neunte und stand in den sechs Rennen dreimal auf dem Podest. Gestern waren in dieser Disziplin aber noch andere zu schnell für die Tessinerin, die in ihrer Karriere erst zweimal und zuletzt an der WM in Val d’Isère 2009 auf einem Kombinationspodest stand. Sie musste sich mit Rang 5 zufrieden geben.

Gut war einmal mehr die einzige Schweizer Hoffnung , nachdem mit Priska Nufer nur eine Teamkollegin überhaupt zum Rennen gestartet war und erst recht, als diese – nach Rang 19 in der Abfahrt – im Slalom ausschied. Zumindest Gut bleibt mit dem Riesenslalom noch eine Chance auf eine zweite Medaille an dieser WM. Doch eben: Es würde nicht verwundern, stünde ihr – und nicht nur ihr – auch dann eine A­thletin vor der Sonne. Tina Maze. Die Unverschämte.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.02.2015, 23:27 Uhr

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