Schlüsselfiguren Flatscher und Gut

Sportredaktor Micha Jegge über den Erfolg der Schweizerinnen.

Lara Gut, vor Beginn der Heim-WM als Retterin der Skination gehandelt, zieht sich einen Kreuzbandriss zu. Kurz darauf fahren Wendy Holdener, Michelle Gisin und Denise Feierabend auf die Ränge 1, 2 und 4. Zwei Rennen sind absolviert, die Schweizerinnen haben einen Medaillensatz gewonnen; sechzehn Jahre nach Sonja Nefs Riesenslalomtriumph in St. Anton stellt Swiss-Ski wieder eine Weltmeisterin.

Das Frauenteam ist den hohen Erwartungen gerecht geworden – trotz eines Rückschlags von höchstmöglicher Stärke. Was eng mit den Qualitäten von Nefs Gatte Hans Flatscher verbunden ist.Als der Österreicher im Frühling 2012 das Cheftraineramt antrat, befand sich die Equipe am Boden. Worauf er von der Vision sprach, 2017 in St. Moritz mit einem in allen Disziplinen kompetitiven Ensemble am Start zu stehen.

Es gelang ihm dank seiner unaufgeregten Art, die Interessen des Privatteams von Lara Gut mit jenen des Kollektivs zu verbinden. Die Tessinerin gewann in der Folge an jedem Grossanlass eine Medaille, entwickelte sich auch abseits der Piste zur Leaderin, deckte den Löwenanteil der medialen Bedürfnisse ab und bescherte Flatscher die Chance, die Generation um Holdener und Gisin behutsam an die Weltspitze zu führen.

So wichtig der gestrige Triumph ist: Gut bleibt die Schlüsselfigur, im Hinblick auf Olympia 2018 ist die Rückkehr der Ausnahmekönnerin von höchster Relevanz. In St. Moritz hingegen sind die Aufstrebenden fähig, den gewichtigen Ausfall abzufedern. In Anbetracht von Holdeners Konstanz überraschte es nicht, sollte ihr der emotionale Höhenflug die Gelegenheit bieten, Slalomkönigin Mikaela Shiffrin zumindest in arge Bedrängnis zu bringen.

Berner Zeitung

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